Besuch der Anna-Seghers-Gedenkstätte

Klasse GOE2 zu Besuch zur Anna-Seghers-GedenkstätteAm 20.03.2012 besuchte die Klasse GOE 2 des beruflichen Gymnasiums gemeinsam mit Herrn Professor Dr. Eberhard Meumann, dem Pädagogischen Direktor des Campus Berufsbildung e.V. und Schulleiter, und ihrer Klassen- und Deutschlehrerin
Frau Margret Sobczik im Rahmen des Deutschunterrichtes die Anna-Seghers-Gedenkstätte in Berlin-Adlershof in der Anna-Seghers-Straße 81.

 

Am zweiten Tag unserer Erarbeitung des Romans „Das siebte Kreuz“ besuchten wir den Ort, an dem Anna Seghers von 1955 bis zu ihrem Tod im Jahre 1983 lebte und arbeitete.

Klasse GOE2 im Haus von Anna SeghersFrau Dr. Monika Melchert erläuterte uns in einer interessanten Führung den Lebensweg der Schriftstellerin, die eigentlich Netty Radványi, geborene Reiling, hieß. Wir erfuhren durch sie von einer warmherzigen Frau, die nicht nur Autorin, sondern auch Kommunistin und Mutter von zwei Kindern war. In den Jahren der Emigration von 1933 – 1947 in Frankreich und später in Mexiko hatte sie den Lebensunterhalt der Familie fast allein zu bestreiten, da ihr Mann, der Philosoph Laszlo Radványi, ebenfalls politisch sehr aktiv, häufig von den Seinen getrennt war.

Der Roman „Das siebte Kreuz“ erschien 1942 zunächst in englischer Sprache und wurde schnell zum Bestseller. Die Verfilmung in Hollywood mit Spencer Tracy als Georg Heisler unter Regie von Fred Zinnemann wurde ebenfalls ein Erfolg.

Jeder US-Soldat trug den Roman in seinem Tornister mit sich. So war es ihm möglich, sich auf diese Weise ein Bild von den Deutschen zu machen.

Denn alle sieben Flüchtige mit ihren unterschiedlichen Berufen und Biographien stehen für eine soziale Schicht. Auch die Vertreter des Nationalsozialismus, allen voran der Lagerkommandant SA-Scharführer Fahrenberg, verkörpern politische Haltungen in Hitlerdeutschland. Zusammen mit den Randfiguren des Romans entsteht ein Querschnitt durch die Gesellschaft dieser Zeit.

Bis heute wurde der Roman  in 47 Sprachen übersetzt und er hat nichts von seiner Wirkung verloren.

Prof. Dr E. Meumann und Frau M. Sobczik