Kahnpartie, Annemarie-Polka und Hefeplinse – Impressionen vom Schulausflug in den Spreewald

Am 21. Juni 2012 fand der schon zur guten Tradition gewordene jährliche Schulausflug der Campus-Berufsfachschulen und des Beruflichen Gymnasiums in den Spreewald statt. In diesem Jahr nahmen rund 120 Schüler und Lehrer daran teil.
Der Tag begann mit Regen, aber als wir um 10.34 Uhr mit dem Zug in Lübbenau ankamen, hatte er sich verzogen und die Sonne schickte doch ein paar freundliche Strahlen.
Auf dem Bahnhof begrüßten uns Milena (alias Frau Baumgart) und Herr Neumann zu einem Stadtrundgang. Milena, gekleidet in historischer Spreewaldtracht, lässt sich immer etwas Neues einfallen. Während des Rundgangs durch die kleine aber feine Altstadt besuchten wir auch das Museum des Biosphärenreservats und Milena zeigte uns auf Großbildschirm Bilder mit wunderschönen Motiven des unter Naturschutz stehenden Spreewaldes.
Einen wunderschönen Anblick bietet das Lübbenauer Schloss, Herrensitz des Grafen Lynar. Die stilvolle Restaurierung der einzelnen Gebäude konnten wir bei unseren Besuchen in den letzten Jahren verfolgen.
Viel Spaß hatten wir auch bei einer Blitz-Tanzstunde: Milena demonstrierte uns mit aktiver Unterstützung eines Schülers-Tanzpartners den Volkstanz des Spreewalds – die Annemarie-Polka.
Angekommen im Spreewaldhafen von Lübbenau stiegen wir in die für uns bereitstehenden Kähne. Inzwischen strahlte die Sonne vom Himmel und wir konnten die einzigartige grüne Landschaft entlang der Fließe (Seitenarme) des Hauptstroms Spree genießen. Hier ist die Spree auch noch nicht so breit und tief wie in Berlin. Das konnte man auch einer humorigen Bemerkung des Kahnfährmanns entnehmen: „Wer hier ertrinkt, ist nur zu faul, aufzustehen.“
Nach ca. einer Stunde legten wir im Hafen von Lehde an. Das ist ein kleines typisches Spreewalddorf, umgeben von Wasser und Natur. Die Häuser sind meist aus Holz erbaut, mit Schilf gedeckt und ihre Giebel sind mit Schlangenköpfen aus Holz verziert. Der Mythologie folgend, huldigen die Menschen, die auch an Lutkis und Kobolde glaubten, dem Schlangenkönig, der sie schützen und das Böse von ihren Wohnstätten fernhalten sollte.
Früher war das Dorf ausschließlich auf dem Wasserweg erreichbar, und noch heute wird die Post mit dem Kahn ausgefahren. Seit mehr als 100 Jahren ist Lehde ein beliebter Ausflugsort für Touristen, mittlerweile nicht mehr nur aus (dem nahegelegenen) Berlin.
Viele Schüler besuchten auch das Freilandmuseum, in dem alte Bauernhäuser wieder aufgebaut und eingerichtet wurden. Man erhält dort ein beeindruckendes Bild vom Leben der Menschen im Spreewald vor 300 Jahren, einschließlich des alten Handwerks der Holzkahnbauerei. In den Bauernstuben gab es viele interessante und kuriose Dinge zu entdecken.
Um den kleinen Hunger zu stellen, zogen alle in die Gaststätte „Zum Fröhlichen Hecht“ ein. Dort gab es Kaffee und eine Spreewalder Spezialität: Hefeplinse. Das ist eine in der Pfanne bereitete Mehlspeise,  ähnlich den Eierkuchen, nur eben bereitet aus flüssigem Hefeteig. Mit Butter, Zucker und Apfelmus werden sie hier schon seit Urzeiten verzehrt; Eine leckere, süße Angelegenheit. Das Rezept wird in den Gasthäusern geheim gehalten.
Zu Fuß und gut gelaunt, einige sangen sogar, ging es zurück zum Bahnhof Lübbenau. Dieser Wanderweg ist auch Teil des berühmten Jacobs-Pilgerweges. Nach Hause fuhren wir dann doch mit dem Zug, zumal der für die Strecke nach Berlin heute nicht mal eine volle Stunde braucht – Für viele Teilnehmer des Ausflugs ein weiterer Grund, bald wieder den Spreewald zu besuchen, um die vielen schönen Eindrücke dieses Tages zu ergänzen.