Die Grafenfamilie zu Lynar, eine Spreewaldkahnfahrt und „Der fröhliche Hecht“

Am 07. Juli 2010 war es endlich wieder soweit: die traditionelle Fahrt der Berufsfachschüler und Lehrkräfte der Campus Berufsfachschulen in den nahegelegenen Spreewald stand auf dem Programm.

Schloss Lübbenau mit dem Schlosspark.Bei herrlichem Wetter konnten wir einen erholsamen und angenehmen Tag im Spreewald erleben, trotz der diesjährigen Schwierigkeiten bei der An- und Abreise, die uns unseren wunderschönen Tag jedoch nicht verderben konnten.

In Deutschland gibt es zwölf Biosphärenreservate – eines davon ist der Spreewald. Um die außerordentlich schöne Landschaft zu schützen und zu bewahren, wurde der Spreewald zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt.

Milena zeigte uns ihre Lieblingsplätze im Spreewald. Der Sagenbrunnen in Lübbenau zeigt die Sagen- und Mythenwelt des Spreewaldes.Am Bahnhof von Lübbenau wurden wir, wie bereits im vergangenen Jahr, von Milena, der Spreewälderin empfangen, die Ihre Kollegin Frau Reinhardt mitbrachte. In zwei Gruppen begannen wir unseren Stadtrundgang, der uns am Sagenbrunnen vorbei, zum Schloss von Lübbenau führte. 

Graf Rochus zu Lynar. Wir erfuhren Interessantes aus der 300jährigen Herrschaft der Grafenfamilie zu Lynar, die in diesem Jahr einen weiteren Teil des Schlosses in Lübbenau, den rekonstruierten Marstall mit individuellen Zimmern, nach Ideen von Beatrix Gräfin zu Lynar, eröffnete.

Die Familie zu Lynar, toskanischer Herkunft, kam 1568 nach Deutschland. Graf Rochus stand als Baumeister in den Diensten des Kurfürsten Johann Georgs. Im Jahr 1621 erwarb die Familie zu Lynar das Schloss in Lübbenau.

Nach diesem historischen „Abstecher“ wurde es auf dem Weg zur Kahnanlegestelle literarisch: Theodor Fontane, der 1859 im Spreewald weilte, schrieb:

„Und das dem Netze dieser Spreekanäle, nichts von dem Zauber von Venedig fehle. Durchfurcht das endlos wirre Flussrevier mit seinem Kahn der Spreewaldgondolier.“

Mit einem Spreewaldkahn entdeckten wir die wunderschöne Landschaft des Spreewaldes. Die Erkundung des Spreewaldes mit einem Spreewaldkahn war das schönste Erlebnis des Tages. Mit vier Spreewaldkähnen fuhren wir von Lübbenau in das Dorf Lehde. Eine einzigartige Landschaft präsentiert sich auf dieser Fahrt, vorbei an Bauernhäusern, die teilweise auch heute noch nur mit dem Kahn zu erreichen sind.

In Lehde angekommen, besuchten wir das Freilandmuseum mit drei altwendischen Bauernhöfen, der ältesten Kahnbauerei, einer Kunstgalerie, der Töpferei, einer Blaudruckwerkstatt und der Trachtenausstellung. Viel Zeit zur Besichtigung blieb nicht, denn in der Gaststätte „Zum fröhlichen Hecht“, wartete bereits eine Spezialität des Spreewaldes auf uns: Hefeplinse mit Zimt und Apfelmus.

Gut gestärkt, gingen wir zum Bahnhof nach Lübbenau zurück. Ein erlebnisreicher und kurzweiliger Tag ging zu Ende, der allen viel Spaß bereitete.