Rahmenplan für die Qualifikationsphase – Gesellschaftswissenschaftliche Fächer

Prof. Dr. Eberhard Meumann

Rahmenplan für die Qualifikationsphase des privaten beruflichen Gymnasiums

Inhalt

  1. Geschichte – Kompetenzerwerb
  2. Geschichte – Themenfeld
  3. Geschichte – Kurshalbjahre
  4. Geographie – Kompetenzerwerb
  5. Geographie – Themenfeld
  6. Geographie – Kurshalbjahre
  7. Politikwissenschaft – Kompetenzerwerb
  8. Politikwissenschaft – Themenfeld
  9. Politikwissenschaft – Kurshalbjahre

Geschichte

Kompetenzerwerb

Für die kompetente Teilhabe am sozialen, politischen und kulturellen Leben in einer demokratisch-pluralistischen Gesellschaft und in der sich vernetzenden Welt ist Geschichtsbewusstsein unabdingbar. Zentrale Aufgabe des Geschichtsunterrichts ist es deshalb, bei Schülerinnen und Schülern die Entwicklung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins zu fördern. Geschichtsbewusstsein meint die deutende Verschränkung der Wahrnehmung von Vergangenheit mit der Orientierung in der Gegenwart und den Erwartungen für die Zukunft.

Bei den Schülerinnen und Schülern wird die Einsicht gefördert, dass die Vorstellungen von Geschichte geprägt sind von den Fragen und Erkenntnismöglichkeiten der jeweiligen Gegenwart. Dies bedeutet auch, dass Vergangenheit immer nur in Ausschnitten und perspektivgebunden interpretiert werden kann. In einer pluralistischen Gesellschaft gibt es vielfältige Deutungen, die darüber hinaus einem stetigen Wandel unterworfen sind. Dies ist das Ergebnis von veränderten Fragen an die Vergangenheit, neuen Quellen oder auch von Auseinandersetzungen der Forschung. Im Geschichtsunterricht der Oberstufe spiegelt sich die Vielfalt von Sichtweisen auf Vergangenes dabei auf verschiedenen Ebenen wider: Die Vielfalt wird auf der Ebene der Quellen realisiert und auf der Ebene der Darstellungen wird deutlich, dass es unterschiedliche Deutungen gibt. Auf der Ebene der Schlussfolgerungen aus dem Gedeuteten muss wiederum das Prinzip der Pluralität zum Tragen kommen. Zentrales Ziel ist es, multiperspektivisches Denken und kritische Urteilsfähigkeit bei Schülerinnen und Schülern zu fördern.

Die Schülerinnen und Schüler prüfen im Geschichtsunterricht Geltungsansprüche einzelner Interpretationen von Vergangenheit. Die Auseinandersetzung über diese Deutungsangebote ist im Dialog argumentierend, von Vernunft bestimmt, methodengestützt und vom Gedanken der Toleranz geprägt. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln die Fähigkeit, nicht genannte Voraussetzungen von Vergangenheitsdeutungen sowie Ansprüche auf Geltung und Werturteile von Deutungen zu erkennen und zu bewerten. Sie differenzieren zwischen Analyse, Sachurteil und persönlicher Bewertung.

Die Schülerinnen und Schüler werden durch den Geschichtsunterricht darin gefördert, offen, kritisch und eigenständig Fragen zu stellen. Auf der Grundlage zunehmend selbstständiger Informationsbeschaffung formulieren sie Sach- und Werturteile. Die Aufforderung zur eigenen Stellungnahme und Urteilsbildung begünstigt bei Schülerinnen und Schülern eine Identitätsbildung, die auch historische Bezüge einschließt. Gemeinsame Werte und Traditionen wie Menschen- und Bürgerrechte sind auch das Fundament für ein Geschichtsbewusstsein, welches sich Europa öffnet und die Globalisierung im Blick hat. Vergangenheit hat eine Gegenwart auch jenseits von Unterricht und Wissenschaft. Erinnern an Vergangenheit und Erzählen über Vergangenes ist Teil der Kommunikation in den Familien und in anderen gesellschaftlichen Gruppen. Auch im kulturellen Gedächtnis (z.B. Museen, Medien) ist Vergangenheit allgegenwärtig und vielfältig: bei Ausstellungen, in Film und Fernsehen, Kunst (Literatur, Malerei, Theater), Architektur und Populärkultur. Historische Sachverhalte werden auch genutzt durch die Geschichtspolitik, z.B. anlässlich von Gedenktagen und -jahren.

Die Auseinandersetzung Heranwachsender mit der Vergangenheit ist stark geprägt von diesen Angeboten der Geschichtskultur. Deren Einfluss bei der Formung von Geschichtsbildern ist auch empirisch belegt. In der Regel begegnen Schülerinnen und Schüler nach ihrem Schulbesuch der Geschichte nur noch vermittelt durch die Geschichtskultur. Diese soll deswegen als ein eigener Gegenstand historischen Lernens thematisiert und nicht als bloße Illustrierung von Geschichtsbildern genutzt werden. Die Behandlung gesellschaftlicher Aneignungsformen von Vergangenheit trägt den Orientierungsbedürfnissen der Schülerinnen und Schüler Rechnung. Indem sie die geschichtskulturellen Vergangenheitsbezüge mit ihren (politischen) Funktionen, (medialen, ästhetischen) Strategien, (ökonomischen) Rahmenbedingungen, Werturteilen und Orientierungsangeboten analysieren und beurteilen lernen, erwerben sie die Fähigkeit, kompetent am kulturellen Leben teilzuhaben und eigene Stellungnahmen zu entwickeln. Schülerinnen und Schüler müssen fragen lernen: Warum geht welche (Teil-) Öffentlichkeit wann und wie mit welchen historischen Sachverhalten um? Und sie lernen, diesen Fragen nachzugehen und sie für sich zu beantworten.

Fachbezogene Kompetenzen

Dem Kerncurriculum Geschichte liegt ein erweiterter Lernbegriff zugrunde, der auf die Kompetenzentwicklung und die Erfüllung von fachbezogenen Standards zielt.

Das bei Schülerinnen und Schülern zu fördernde Geschichtsbewusstsein entwickelt sich in dem Maße, in dem diese die fachspezifische Deutungs-, Analyse-, Methoden-, Urteils- und Orientierungskompetenz erwerben und umsetzen. Das hier vorgelegte Kompetenzmodell schließt an die geschichtsdidaktische Diskussion an und nimmt Bezug auf die Einheitlichen Anforderungen in der Abiturprüfung (EPA).

Die Teilkompetenzen in ihrer Gesamtheit zeigen sich in der Fähigkeit von Schülerinnen und Schülern zur sinnbildenden Darstellung von Geschichte sowie in der Fähigkeit zur Analyse und Beurteilung von historischen Narrationen (reflektiertes historisches Erzählen). Schülerinnen und Schüler sind damit in der Lage, kompetent am öffentlichen Diskurs über Geschichte teilzunehmen. Alle Aussagen über Geschichte besitzen, unabhängig vom zugrunde liegenden Medium, eine erzählende Struktur. Verschiedene Ereignisse, Verhältnisse und Veränderungen der Vergangenheit können in ihrer Darstellung so miteinander verbunden werden, dass daraus die Vorstellung eines zeitlichen Ablaufs entsteht, der Sinn macht. Das reflektierte historische Erzählen als sinnbildende Darstellung von Geschichte meint nicht die Lehrererzählung, eine (literarische) Textgattung oder die Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts, sondern die formale Struktur historischen Denkens, das zwischen mindestens zwei zeitlich verschiedenen Sachverhalten sinnvolle und nachvollziehbare temporale und kausale Verknüpfungen herstellt. Historisches Wissen ist deshalb narratives Wissen. Historisch ist dieses Erzählen deswegen, weil damit der Anspruch verbunden ist, sich auf reale Sachverhalte aus der Vergangenheit zu beziehen. Bezugspunkt alles historischen Erzählens ist die Quelle, die verschiedene mediale Formen aufweisen kann. Sie ist die Grundlage und dient zugleich als Beleg. Historisch ist dieses Erzählen außerdem, weil es sich nur rückblickend einzelnen Bereichen der Vergangenheit widmen kann. Diese erzählenden Rückblicke wählen aus diesem Ausschnitt nur bestimmte Informationen aus. Reflektiert ist das historische Denken und Erzählen, wenn es neben den genannten Aspekten bei der Darstellung und Wertung seine grundsätzliche Standortgebundenheit und Perspektivität berücksichtigt.

Die zentrale Kompetenz des reflektierten historischen Erzählens und des Analysierens und Beurteilens wird in den Teilbereichen Deutungs-, Analyse-, Methoden-, Urteils- und Orientierungskompetenz entwickelt.

Deutungs- und Analysekompetenz

Schülerbeiträge über im Unterricht thematisierte Sachverhalte, die auf der Grundlage von Lehr- und Lernmaterial erarbeitet werden, sind im Detail präzise und stimmig in den Zusammenhängen.

Die Darstellung wird in Grundzügen folgenden Kriterien gerecht.

Die Schülerinnen und Schüler

  • verwenden fachspezifische Begriffe,
  • stellen Zeit- und Raumbezüge sinnvoll her,
  • berücksichtigen Zusammenhänge von politischer Herrschaft mit sozialen und ökonomischen Bedingungen,
  • erkennen die Standortgebundenheit unterschiedlicher Gruppen in der jeweiligen historischen Ausprägung,
  • begründen diese Standortgebundenheit mit einzelnen Argumenten (z.B. soziale Lage, Geschlecht, Religion, politische Anschauung und Position, nationale, ethnische und kulturelle Herkunft),
  • erfassen in Ansätzen Handlungsspielräume im Hinblick auf offene Möglichkeiten und Bedingungen,
  • stellen historische Akteure in den Kontext von Rahmenbedingungen.

Die in der gegenwärtigen Geschichtskultur zum Ausdruck kommenden Rückblicke auf Vergangenheit werden wahrgenommen. Der individuelle Beitrag im Unterrichtsgespräch genügt folgendem Anspruch.

Die Schülerinnen und Schüler

  • unterscheiden zwischen geschichtskulturellen Präsentationen (Ausstellung, Denkmal, Film, Gedenktag, Gedenkveranstaltung, öffentliche Debatte) und Unterrichtsergebnissen zur gleichen Thematik.
Methodenkompetenz

Planungen des Vorgehens bei einem neuen Thema lassen erkennen, dass im Unterricht eingeführte Methoden lehrergeleitet auf ähnliche Inhaltsbereiche bezogen werden. Der methodische Transfer zeigt folgende Teilleistungen, die vom einzelnen Schüler wie von der Lerngruppe in Kooperation erbracht werden.

Die Schülerinnen und Schüler

  • formulieren Fragen an die Vergangenheit und Vorschläge für einen Arbeitsplan,
  • beachten beim Sammeln von Informationen durchgängig Themen- und Aufgabenbezug,
  • erarbeiten und beachten Kriterien der Verlässlichkeit von Materialien (Internet),
  • erkennen Merkmale von Materialien (Unterscheidung von Quelle und Darstellung),
  • unterscheiden Darstellungsarten zuverlässig (z. B. Schulbuch, Sachbuch, fachwissenschaftliche Darstellung, fiktionale Literatur, Zeitung, Film, Historienbild) und erkennen deren Aussagefähigkeit über Vergangenes, unterscheiden Quellenarten zuverlässig (Texte, Tondokumente, bildliche und gegenständliche Überlieferung, Schaubilder, Grafiken) und werten diese in Ansätzen angemessen aus,
  • bringen bei ihrer individuellen Darlegung die jeweilige Information sprachlich korrekt zur Geltung,
  • unterscheiden Sachaussagen von Meinungen,
  • verwenden und belegen aussagekräftige Zitate in angemessenem Umfang,
  • führen Befragungen von Zeitzeugen zu einem eng begrenzten historischen Sachverhalt sinnvoll und geplant durch,
  • diskutieren gewonnene Aussagen quellenkritisch.
Ergebnisgestaltung und Präsentation

Die Schülerinnen und Schüler

  • präsentieren Arbeitsergebnisse situations- und anforderungsgemäß (mündlich, schriftlich, medial),
  • nutzen Medien sachgerecht,
  • bewerten das methodische Vorgehen kriteriengeleitet.
Urteils- und Orientierungskompetenz

Schülerbeiträge zu historischen Sachverhalten gehen davon aus, dass Wert- und Moralvorstellungen zeitbezogen sind. Sie lassen erkennen, dass der Unterschied zwischen gegenwärtigen und historischen Normen erkannt und in der Diskussion beachtet wird.

Die Schülerinnen und Schüler

  • deuten (wenn möglich: beurteilen) das Handeln historischer Akteure im Kontext ihrer zeitgenössischen Wertvorstellungen,
  • machen in dem individuellen Urteil einerseits vergangene und andererseits gegenwärtige Normen deutlich.
Personale Relevanz

Die Schülerinnen und Schüler

  • zeigen im individuellen Werturteil Verständnis für das zeitlich Eigene und das zeitlich Andere,
  • würdigen Menschen- und Bürgerrechte, Prinzipien von Freiheit und unterschiedliche Formen von demokratischer Partizipation.

In enger Anlehnung an die Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung Geschichte (EPA) ergeben sich grundlegende Anforderungen für Grundkursfach und Leistungskursfach.

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Fähigkeit zur sinnbildenden Darstellung von Geschichte. Das heißt, sie

  • wenden fundiertes Wissen über vergangene Epochen, mehrere Räume und Dimensionen sowie verschiedene Subjekte historischen Geschehens an,
  • untersuchen historische Sachverhalte bezüglich ihrer Problemhaftigkeit, Mehrdeutigkeit bzw. Kontroversität,
  • untersuchen und betrachten historische Sachverhalte multiperspektivisch,
  • interpretieren Quellen unterschiedlicher Gattungen,
  • erörtern Deutungen historischer Sachverhalte,
  • stellen historische Verläufe und Strukturen dar und erkennen und erklären Zusammenhänge,
  • erarbeiten begründete Sach- und Werturteile.

Unterschiede zwischen dem Grundkursfach und dem Leistungskursfach ergeben sich im Hinblick auf:

  • Intensität der Behandlung der Inhaltsbereiche
  • Komplexität und Vielfalt der Inhaltsbereiche
  • Umfang und Vielfalt der zu interpretierenden Quellen und Darstellungen
  • Umfang und Grad der Selbstständigkeit in der Gestaltung des historischen Erkenntnisprozesses
  • Tiefe der Einblicke in Erkenntnisprobleme des Faches (z. B. aktuelle Forschungsprobleme und -erkenntnisse, Definition historischer Begriffe, historische Theoriebildung)
  • Fähigkeit, sich im öffentlichen geschichtskulturellen Diskurs reflektiert einzubringen

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Geschichte

Themenfelder

Themenfeld 1: Die Grundlegung der modernen Welt in Antike und Mittelalter

Für das Grundkursfach wie für das Leistungskursfach ist der Besuch eines außerschulischen Lernortes verbindlich.

  • Demokratie am Beispiel der attischen Polis
  • Die republikanische Verfassung am Beispiel Roms

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Geschichte in Quellen:

  • Textquellen und Bildquellen analysieren und in ihrer Aussagekraft bewerten
  • Standortgebundenheit von kontroversen Quellen analysieren und in ihrer Aussagekraft bewerten

Geschichte in Deutung und Narration:

  • historische Strukturen und Prozesse sachgerecht beschreiben, analysieren und vergleichen
  • Herrschafts- und Gesellschaftsstrukturen zielgerichtet und kriteriengeleitet analysieren, beschreiben und vergleichen

Geschichte als Kontroverse:

  • konträre Forschungspositionen unter Anleitung sachgerecht analysieren, diskutieren und argumentativ begründen/kritisieren
  • Sach- und Werturteil unterscheiden
Die Grundlegung der modernen Welt im Mittelalter

Inhalte

  • Freiheit im Mittelalter am Beispiel der Stadt (historische Fallanalyse)

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Geschichte in Quellen:

  • Textquellen und Bildquellen analysieren und in ihrer Aussagekraft bewerten
  • Standortgebundenheit von kontroversen Quellen analysieren und in ihrer Aussagekraft bewerten

Geschichte in Deutung und Narration:

  • historische Strukturen und Prozesse sachgerecht beschreiben, analysieren und vergleichen
  • Herrschafts- und Gesellschaftsstrukturen zielgerichtet und kriteriengeleitet analysieren, beschreiben und vergleichen

Geschichte als Kontroverse:

  • konträre Forschungspositionen unter Anleitung sachgerecht analysieren, diskutieren und argumentativ begründen/kritisieren
  • Sach- und Werturteil unterscheiden
Geschichtskultur

Inhalte

  • Darstellung und Deutung der Antike und des Mittelalters in der Geschichtskultur, z. B. in Literatur, Film, bildlichen Darstellungen oder in politischen Inszenierungen

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • lehrergeleitet eine Exkursion zu einem außerschulischen Lernort vorbereiten, mitgestalten und auswerten; z.B. Pergamonmuseum
  • lehrergeleitet Vorstellungen vom Mittelalter analysieren
  • lehrergeleitet fachwissenschaftliche und geschichtskulturelle Deutungen vergleichen
  • lehrergeleitet politische Argumente, ästhetische Motive, ökonomische Interessen beurteilen eine Kritik/Rezension zu einer Darstellung über die Antike bzw. das Mittelalter formulieren
Themenfeld 2: Die Herausbildung moderner Strukturen in Gesellschaft und Staat von der frühen Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert
Gesellschaft und Staat im Zeitalter der Aufklärung

Inhalte

  • Philosophische Grundlagen der Aufklärung: KANT, LOCKE, MONTESQUIEU, ROUSSEAU
  • Absolutismus: Frankreich, Preußen

Im Grundkursfach ist die Auswahl von mindestens einem Beispiel, im Leistungskursfach von mindestens zwei Beispielen für Absolutismus verbindlich.

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Geschichte in Quellen:

  • Texte vertieft und zielgerichtet analysieren
  • theoretische Texte ansatzweise selbstständig kriteriengeleitet analysieren
  • reflektiertes dialogisches Argumentieren vertiefen

Geschichte in Deutung und Narration:

  • Handlungsspielräume und Zwangslagen historischer Akteure beurteilen
  • reflektiertes, dialogisches Argumentieren vertiefen
  • historischen Wandel aus verschiedenen Ursachen erklären

Geschichte als Kontroverse:

  • Verschiedene Deutungen von Vergangenheit beschreiben, vergleichen, beurteilen (vorwiegend im Leistungskursfach)
  • eigene Stellungnahmen sach- und wertorientiert formulieren (verstärkt im Leistungskursfach)
Bürgerliche Revolutionen

Inhalte

  • England, USA, Frankreich, Deutschland 1848/49 (thematischer Längsschnitt)

Im Grundkursfach ist die Auswahl von mindestens einem Beispiel, im Leistungskursfach von mindestens zwei Beispielen für bürgerliche Revolutionen verbindlich.

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Geschichte in Quellen:

  • Texte vertieft und zielgerichtet analysieren
  • theoretische Texte ansatzweise selbstständig kriteriengeleitet analysieren
  • reflektiertes dialogisches Argumentieren vertiefen

Geschichte in Deutung und Narration:

  • Handlungsspielräume und Zwangslagen historischer Akteure beurteilen
  • reflektiertes, dialogisches Argumentieren vertiefen
  • historischen Wandel aus verschiedenen Ursachen erklären

Geschichte als Kontroverse:

  • Verschiedene Deutungen von Vergangenheit beschreiben, vergleichen, beurteilen (vorwiegend im Leistungskursfach)
  • eigene Stellungnahmen sach- und wertorientiert formulieren (verstärkt im Leistungskursfach)
Geschichtskultur

Inhalte

  • Geschichte in Bild und Film
  • Geschichte als Symbol: Denkmale und Gedenktage
  • Geschichte als Kontroverse

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • Bilder und Filme ansatzweise selbstständig analysieren und kriteriengerecht beurteilen
  • Denkmale und Gedenktage ansatzweise selbstständig analysieren, kriteriengerecht beurteilen, politische Funktion reflektieren
  • Exkursion zu außerschulischen Lernorten ansatzweise selbstständig planen, sachgerecht durchführen und auswerten, z. B. in Berlin Charlottenburger Schloss, in Potsdam Weltkulturerbe Potsdam
Themenfeld 3: Die moderne Welt und ihre Krisen: Demokratie und Diktatur

Für das Grundkursfach wie für das Leistungskursfach ist der Besuch eines außerschulischen Lernortes verbindlich.

Demokratie und Diktatur in der Zwischenkriegszeit in Europa

Inhalte

  • Europäische Staaten im Vergleich (thematischer Querschnitt)

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Geschichte in Quellen:

  • Textquellen, Darstellungen, Statistiken, Wahlplakate weitgehend selbstständig aufgabenbezogen auswerten und interpretieren
  • visuelle Selbstdarstellungen des NS weitgehend selbstständig analysieren und interpretieren; mit visuellen Selbstdarstellungen des politischen Extremismus heute vergleichen

Geschichte in Deutung und Narration:

  • Handlungsspielräume und Zwangslagen historischer Akteure beurteilen
  • reflektiert, sach- und dialogorientiert argumentieren
  • historischen Wandel aus verschiedenen Ursachen heraus erklären

Geschichte als Kontroverse:

  • weitgehend selbstständig verschiedene Deutungen von Vergangenheit vergleichen und bewerten
Das Scheitern der ersten deutschen Demokratie – nationalsozialistische Gewaltherrschaft

Inhalte

  • Der Weg in die Demokratie: Kriegsende und Revolution 1918/19
  • Politische und wirtschaftliche Strukturen und ihre Krisen
  • Außenpolitik im europäischen und internationalen Spannungsfeld
  • Herrschaft und Ideologie im NS-Staat
  • Widerstand und ziviler Ungehorsam
  • Holocaust
  • 2. Weltkrieg

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Geschichte in Quellen:

  • Textquellen, Darstellungen, Statistiken, Wahlplakate weitgehend selbstständig aufgabenbezogen auswerten und interpretieren
  • visuelle Selbstdarstellungen des NS weitgehend selbstständig analysieren und interpretieren; mit visuellen Selbstdarstellungen des politischen Extremismus heute vergleichen

Geschichte in Deutung und Narration:

  • Handlungsspielräume und Zwangslagen historischer Akteure beurteilen
  • reflektiert, sach- und dialogorientiert argumentieren
  • historischen Wandel aus verschiedenen Ursachen heraus erklären

Geschichte als Kontroverse:

  • weitgehend selbstständig verschiedene Deutungen von Vergangenheit vergleichen und bewerten
 Geschichtskultur

Inhalte

  • Umgang mit Vergangenheit – Analyse von Geschichtsbildern zum Nationalsozialismus,  z. B.:
    • Geschichte im Film
    • Geschichte als Symbol
    • Geschichte als Kontroverse
    • Geschichte und Recht

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • Film: Quellen, Darstellungen, Filme zu einem Thema vertieft selbstständig analysieren, vergleichen (z. B. eine Rezension schreiben)
  • Symbol: Denkmale oder Gedenktage oder -feiern oder -stätten selbstständig analysieren, vergleichen; ihre Funktion reflektieren, weitgehend selbstständig Kriterien entwickeln und begründet vertreten
  • Kontroverse: eine (wissenschaftliche, politische) Kontroverse sicher beschreiben, beurteilen; ihre (wissenschaftliche, politische) Funktion charakterisieren
  • Recht: den rechtlichen Umgang mit staatlichen Menschenrechtsverletzungen lehrergeleitet, kriterien- und wertorientiert beschreiben, vergleichen, beurteilen
Vergleich von unterschiedlichen Geschichtsbildern aus den genannten vier Themenfeldern, z. B.
  • das Erinnern an den Widerstand gegen den NS in der Bundesrepublik und der DDR (z.B. im Film)
  • Denkmale zum Zweiten Weltkrieg/Holocaust nach dem Krieg und heute
  • die Rezeption des Bombenkrieges in der Bundesrepublik, der DDR und Großbritannien
  • die rechtliche Auseinandersetzung mit Menschenrechtsverletzungen nach 1945, nach 1989
Themenfeld 4: Die bipolare Welt nach 1945

Für Grund- und Leistungskursfach ist der Besuch eines außerschulischen Lernortes verbindlich.

Ereignis und Struktur am Beispiel der doppelten deutschen Geschichte (Vergleich unter ausgewählten Aspekten)

Inhalte

  • Teilung
  • Systemintegration
  • Opposition
  • Internationale Rahmenbedingungen
  • Die beiden deutschen Staaten: Verfassungsordnung, Menschenrechte, Alltag
  • Auflösung der Blockbildung

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Geschichte in Quellen:

  • Filme, Plakate, Fotos, Lieder systematisch analysieren, interpretieren, bewerten und vergleichen
  • normative Texte eigenständig analysieren
  • Zeitzeugen eigenständig befragen

Geschichte in Deutung und Narration:

  • verschiedene Quellen und Deutungen von Vergangenheit eigenständig vergleichen und beurteilen
  • eigenständig eine reflektierte historische Erzählung anfertigen
  • Konflikte anhand konflikttheoretischer Kategorien eigenständig analysieren
Konflikt und Konfliktlösung im Kontext des Ost-West-Gegensatzes

Inhalte

  • Ost-West-Konflikt international (z. B.: Korea, Ungarn, Polen, Kuba, Vietnam, Tschechoslowakei)
  • Wettrüsten
  • Annäherung und Auflösung der Blöcke

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Geschichte in Quellen:

  • Filme, Plakate, Fotos, systematisch analysieren, interpretieren, bewerten und vergleichen
  • normative Texte eigenständig analysieren
  • Zeitzeugen eigenständig befragen

Geschichte in Deutung und Narration:

  • verschiedene Quellen und Deutungen von Vergangenheit eigenständig vergleichen und beurteilen
  • eigenständig eine reflektierte historische Erzählung anfertigen
  • Konflikte anhand konflikttheoretischer Kategorien eigenständig analysieren
Geschichtskultur

Inhalte

  • Geschichte im Film/Wochenschau
  • Geschichte als Kontroverse

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • eine Exkursion selbstständig planen, (expertengestützt) durchführen und auswerten
  • Ergebnisse selbstständig medienvermittelt präsentieren
  • Präsentation/Vorgehen kriteriengeleitet reflektieren, bewerten
  • Filme zu Krisenherden des Ost-West-Konfliktes analysieren und dekonstruieren
  • Kontroverse: eine (wissenschaftliche, politische) Kontroverse sicher beschreiben, beurteilen; ihre (wissenschaftliche, politische) Funktion charakterisieren

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Geschichte

Kurshalbjahre

Die Kurshalbjahre des Grundkursfaches sind identisch mit denen des Leistungskursfaches.

1. Kurshalbjahr : Die Grundlegung der modernen Welt in Antike und Mittelalter

2. Kurshalbjahr :  Die Herausbildung moderner Strukturen in Gesellschaft und Staat von der frühen Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert

3. Kurshalbjahr :  Die moderne Welt und ihre Krisen: Demokratie und Diktatur

4. Kurshalbjahr :  Die bipolare Welt nach 1945

Wahlbereiche      

Wahlbereiche zum 1. Kurshalbjahr

Sklaverei in der Antike

  • in Griechenland
  • in der römischen Republik
  • Vergleich mit der neuzeitlichen Sklaverei

Die Mentalität des antiken und des mittelalterlichen Menschen

  • Religiosität
  • Leben und Sterben
  • Geschlechterverhältnisse

Begegnungen von Christen und Muslimen im Mittelalter

  • Wahrnehmungen, Kontakte, Transfer
  • Kreuzzüge

Deutsche und Slawen im Mittelalter

  • Slawische Kultur
  • Ostsiedlung
  • Deutscher Orden
  • Kirche und Kirchenreform im späten Mittelalter
  • Kirchenkritik
  • Konzilien
  • Reformation
Wahlbereiche zum 2. Kurshalbjahr

Migrationen

  • religiöse Ursachen
  • politische Ursachen
  • wirtschaftliche Ursachen (z. B.: Reconquista, Hugenotten, Salzburger, Juden, Auswanderer in die USA, Armutswanderungen)

Wirtschaft und Handel

  • Frühkapitalismus
  • Protestantische Ethik
  • Fernhandel
  • Vom Handwerksbetrieb zur Manufaktur
  • Frühphase der Industrialisierung

Das Osmanische Reich

  • Staats- und Gesellschaftsordnung
  • Expansion
  • Die Osmanen in der Sicht der Europäer

Die Europäisierung der Erde

  • indianische Kulturen
  • portugiesische und spanische Expansion
  • Kolonialreiche
Wahlbereiche zum 3. Kurshalbjahr

Sozialistische Arbeiterbewegungen

  • Karl Marx, Friedrich Engels
  • Deutsche Sozialdemokratie,
  • A. Bebel, F.Lasalle, W.I.Lenin
  • Oktoberrevolution
  • Die Ära Stalin

China und Japan zwischen Öffnung und Abschottung

  • Macao: China und die europäischen Handelsmächte in der frühen Neuzeit
  • Japans Abschließung nach dem Christenaufstand 1638/39
  • Hongkong: Das Vordringen des Westens seit dem Opiumkrieg
  • Die erzwungene Öffnung der Häfen und die Modernisierung Japans in der Meiji-Zeit
  • Japan und der Zweite Weltkrieg
  • Das maoistische China: Abschottung und Öffnung seit den späten siebziger Jahren

Lateinamerika auf dem Weg zur Unabhängigkeit

  • Emanzipation und Befreiungskriege 1808-1825
  • Der Sonderweg Brasiliens
  • Der hegemoniale Anspruch der USA seit der Monroe-Doktrin 1823
  • Populismus, Nationalismus und Marxismus: die Suche nach dem eigenen Weg

Imperialismus

  • Kolonien
  • Ideologische Begründungen: Sozialdarwinismus/Rassismus
  • Dekolonialisierung
Wahlbereiche zum 4. Kurshalbjahr

Die Stellung der Frau und ihr Kampf um die Gleichberechtigung

  • Aufklärung
  • Frau und Familie im 19. Jahrhundert
  • die Frau im Nationalsozialismus
  • nach 1945

Gesundheit, Krankheit, Tod

  • Ernährung und Konsum
  • Lebenserwartungen
  • Epidemien
  • Umgang mit Tod (Längsschnitt oder Vergleich)
  • Deutsch-jüdische Geschichte
  • Frühe Neuzeit, Absolutismus
  • Emanzipation im 19. Jahrhundert
  • Weimarer Republik
  • Nach 1945

Gewalt und Konfliktlösung

  • Attentat (z. B.: KENNEDY)
  • Revolution (z. B.: 1917)
  • Bürgerkrieg (z. B.: Jugoslawien)
  • Krieg (z. B.: Einigungskriege 1864-1871)
  • Die neuen Kriege (z. B.: Irak 2003…), internationaler Terrorismus

Russland und der Westen

  • PETER der Große/KATHARINA die Große
  • Heilige Allianz 1815
  • Zarenreich als Verbündeter vor dem Ersten Weltkrieg
  • HITLER-STALIN-Pakt 1939
  • Jalta und Potsdam 1945
  • Zwei-Plus-Vier-Vertrag 1990

Friedensschlüsse im historischen Vergleich

  • Westfälischer Friede 1648
  • Wiener Kongress 1815
  • Versailler Vertrag 1919
  • Potsdam 1945
  • Völkerbund, Vereinte Nationen

Haushalt und Familie

  • Bürger in der frühen Neuzeit
  • Arbeiter im 19. Jahrhundert
  • Angestellte im 20. Jahrhundert
  • Lebensformen nach 1968

Deutsch-jüdische Geschichte

  • Frühe Neuzeit, Absolutismus
  • Emanzipation im 19. Jahrhundert
  • Weimarer Republik
  • Nach 1945

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Geographie

Kompetenzerwerb

Verschiedenartige Herausforderungen unserer Zeit wie zum Beispiel Bevölkerungsdynamik, globale und regionale Disparitäten, regionale Konflikte, Erfordernisse eines nachhaltigen Wirtschaftens, der Prozess der europäischen Integration sowie Chancen und Risiken der zunehmenden Globalisierung bedürfen der Mitwirkung und des Engagements der gegenwärtigen und der kommenden Generationen.

Das Unterrichtsfach Geografie trägt diesen Veränderungen und Herausforderungen in seinen Zielsetzungen, Inhalten und Methoden Rechnung. Deshalb ist der Geografieunterricht auf raumbezogene Handlungskompetenz gerichtet, die ein vertieftes Verständnis von räumlichen Zusammenhängen in der Welt einschließt. Räume werden dabei unter vier Perspektiven betrachtet:

  • Räume werden als Wirkungsgefüge natürlicher und anthropogener Faktoren aufgefasst, als das Ergebnis von Prozessen, die die Landschaft gestaltet haben, oder als Prozessfeld menschlicher Tätigkeit.
  • Räume werden als Systeme von Lagebeziehungen materieller Objekte wahrgenommen, mit besonderer Akzentuierung der Bedeutung von Standorten, Lagerelationen und Distanzen für die Schaffung gesellschaftlicher Wirklichkeit
  • Räume werden als Kategorie der Sinneswahrnehmung und damit als Anschauungsformen gesehen, mit deren Hilfe Individuen und Institutionen ihre Wahrnehmungen einordnen und so in ihren Handlungen die Welt räumlich differenzieren.
  • Räume werden in der Perspektive ihrer sozialen, technischen und gesellschaftlichen Konstruiertheit aufgefasst, indem danach gefragt wird, wer unter welchen Bedingungen und aus welchen Interessen über bestimmte Räume kommuniziert und sie durch alltägliches Handeln fortlaufend produziert und reproduziert.

Die genannten Perspektiven der Betrachtung von Räumen spiegeln sich in den fachbezogenen Kompetenzen wider.

Im Unterrichtsfach Geografie werden in besonderem Maße natur-/geowissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Ansätze, Inhalte und Methoden miteinander verbunden. Damit ist Geografie auch ein zentrales Fach der Umwelterziehung.

Geografisches Wissen über naturbezogene, wirtschaftliche, soziale, politische und historische Zusammenhänge, Entwicklungen sowie deren wechselseitige Beziehungen im System Erde bildet die Grundlage dafür, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit globalen und regionalen natur- und kulturgeografischen Strukturen, aber auch mit aktuellen Entwicklungen im Heimatraum problemorientiert und systematisch auseinander setzen können. Geografisches Lernen trägt hierbei zur Ausbildung und Festigung einer eigenen Identität und zur kritischen Reflexion des eigenen Handelns bei.

Mit dem Fach gewinnen die Schülerinnen und Schüler in besonderem Maße aber auch ethische Erfahrungen. Sie lernen, ihr eigenes Empfinden und eigene Wertvorstellungen zu den Einstellungen und Werten anderer in Beziehung zu setzen und abzuwägen. Der Einblick in andere Kulturen, Gesellschaftsformen und Wertvorstellungen ist ein Schwerpunkt des Faches, das damit einen wichtigen Beitrag zur Toleranz- und Friedenserziehung leistet.

Unter der Zielsetzung, die Erde durch eine nachhaltige und umweltbewusste Entwicklung zu bewahren, befassen sich die Schülerinnen und Schüler im Geografieunterricht  besonders mit der Lösung lokaler, regionaler und globaler Probleme, sie erarbeiten exemplarisch Strategien der nachhaltigen Entwicklung, die sie ihrem eigenen Handeln und Engagement zugrunde legen können. Ausgehend von den Leitzielen des vertieften Verständnisses räumlicher Zusammenhänge in der Welt und raumbezogener Handlungskompetenz ist geografisches Lernen von einem vielfältigen Einsatz sowohl traditioneller Medien als auch neuer Informations- und Kommunikationstechnologien geprägt. Exkursionen bieten als fester Bestandteil des Unterrichts die Möglichkeit, die außerschulische Wirklichkeit aufzusuchen, das dort Erfahrene zu verarbeiten und eigene Handlungserfahrungen zu machen.

Durch das Erlernen und Anwenden allgemeiner und fachspezifischer Methoden werden im Geografieunterricht die Grundlagen für wissenschaftspropädeutisches Arbeiten vertieft. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Studierfähigkeit und zur Qualifizierung für das spätere Berufsfeld geleistet. Geografische Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten können darüber hinaus im privaten und öffentlichen Leben angemessen genutzt werden.

Für einen erfolgreichen Kompetenzerwerb sollten die Schülerinnen und Schüler zu Beginn der Qualifikationsphase bestimmte fachliche Anforderungen bewältigen.

Grundkursfächer und Leistungskursfächer unterscheiden sich u. a.

  • in Umfang und Tiefe der behandelten Themen,
  • in Anzahl und Umfang der untersuchten Raumbeispiele bzw. inhaltlichen Aspekte,
  • im Grad der Selbstständigkeit bei der Bearbeitung geografischer Fragestellungen und der Anwendung fachrelevanter Methoden.
Raumorientierung
  • orientieren sich mithilfe grundlegenden räumlich-topografischen Wissens, werten Karten aus und nutzen diese sowie andere Hilfsmittel zum Zwecke der räumlichen Orientierung,
  • wenden das erworbene topografische Wissen sicher und zielgerichtet an, z. B. zur Beschreibung von Lagemerkmalen und Lagebeziehungen
  • ordnen topografische Objekte in verschiedene räumlich-geografische Ordnungsraster.
Raumanalyse
  • analysieren unter ausgewählten Fragestellungen Natur- und Wirtschaftsräume,
  • stellen ausgewählte physisch- und ökonomisch-geografische Wirkungsmechanismen dar und erklären diese,
  • vergleichen Strukturen und Entwicklungstendenzen in verschiedenen Räumen,
  • wenden verschiedene, geografisch relevante Arbeitstechniken zur Informationsgewinnung und -verarbeitung fachgerecht an,
  • erschließen sich selbstständig aus einem vielfältigen Quellenangebot und unterschiedlichen Medien Informationen zu einem geografischen Thema und stellen sie dar.
Raumverständnis und Problemsichten
  • stellen grundlegende natur-, wirtschafts- und sozialgeografische Merkmale dar und erkennen Prozesse und Zusammenhänge,
  • erklären an Beispielen soziale und ökonomische Ansprüche an den Raum und erkennen Nutzungskonflikte,
  • überprüfen die Beachtung des Prinzips der Nachhaltigkeit in lokalen, regionalen und globalen Wandlungsprozessen.
Raumbewertung
  • bewerten Veränderungen und Entwicklungstendenzen in ausgewählten Räumen,
  • vergleichen die Lebens- und Wirtschaftsweise unterschiedlicher Völker sowie Kulturen und setzen sich mit Wertesystemen kritisch auseinander,
  • erläutern verschiedene Raumnutzungskonflikte und bewerten die unterschiedlichen Perspektiven und Interessenslagen.
Raumbewusstsein und Raumverantwortung
  • erläutern und bewerten Maßnahmen zur nachhaltigen Sicherung des Natur- und Lebensraumes,
  • beurteilen persönliche und gesellschaftliche Beiträge für einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt,
  • erläutern Möglichkeiten und Grenzen der aktiven Teilnahme an der Gestaltung des gegenwärtigen und zukünftigen Lebensraumes,
  • beurteilen unterschiedliche Einstellungen zu globalen Fragen (z. B. Friedenssicherung, Einhaltung der Menschenrechte und Schutz der Umwelt).

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Geographie

Themenfelder

Themenfeld 1: Siedlungsentwicklung und Raumordnung

Inhalte

Siedlungsentwicklung
  • Entwicklung, Strukturen und Funktionen von städtischen Siedlungen
  • Stadtentstehung und Epochen der Stadtentwicklung in Mitteleuropa
  • Analyse der Teilräume einer deutschen Großstadt nach physiognomischen, funktionalen und sozialen Merkmalen
  • Vergleich von Teilräumen deutscher Großstädte
  • Urbanisierungs- und Suburbanisierungsprozesse
  • Stadt-Umland-Beziehung an einem/mehreren Beispiel/en
  • Stadtökologie
  • Siedlungsentwicklung in ländlich geprägten Räumen
  • Landwirtschaft als Grundlage der ländlichen Siedlungen
  • aktueller Funktionswandel in Dörfern – neue Wohnstandorte
  • Entwicklung ländlich geprägter Räume zu Fremdenverkehrsregionen
  • Naturschutz und Schutz von Kulturdenkmälern
Raumordnung in Deutschland
  • Ziele, Instrumente und Mittel der Raumordnung
  • Räumliche Disparitäten in der Bundesrepublik Deutschland
  • Raumplanung im Bundesland
  • raumordnerische Leitbilder
  • Analyse und Bewertung raumplanerischer Entscheidungen
Siedlungsplanung/Sanierung
  • Untersuchung eines Planungs-/Sanierungsvorhabens

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln ein differenziertes räumliches Orientierungswissen durch die Darstellung von Lagebeziehungen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene. Auf der Grundlage einer komplexen Analyse von unterschiedlich strukturierten Räumen bewerten sie raumordnerische Leitbilder und Maßnahmen der Planung in Siedlungen.

Zur Erfassung räumlicher Strukturen wenden die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Verfahren der Datenerhebung (z. B. Kartierung, Befragung und Untersuchungen auf Exkursionen) an und präsentieren gewonnene Informationen mithilfe verschiedener Medien.

Die Schülerinnen und Schüler erörtern Raumnutzungskonflikte und beurteilen raumplanerische Entscheidungen, sodass sie verantwortungsvoll an der Gestaltung des gegenwärtigen und zukünftigen Lebensraumes teilnehmen können.

Vorschläge für Exkursionen

  • Projektarbeit mit Befragung und Kartierung in Wohnbereich oder Shopping Center
  • Besuch bei Stadt- oder Landesplanungsbehörden
Themenfeld 2:  Europa – Raumstrukturen im Wandel

Inhalte

Geoökosysteme in Europa
  • Gliederung und Dimensionen der Geosphäre
  • Landschaftsveränderungen durch natürliche und anthropogene Einflüsse anhand von zwei/drei Räumen
  • Landschafts- und Klimaschutz – Stellung Europas in der Weltwirtschaft
  • räumliche Verteilung und Merkmale von Weltwirtschaftsregionen (Triade)
  • Vergleich des EWR mit anderen regionalen Zusammenschlüssen
Strukturräumliche Gliederung Europas
  • räumliche Disparitäten in Europa
  • Merkmale stark und schwach strukturierter Räume
  • Wandel von Standortfaktoren; Standorttheorien
  • Raumanalyse unterschiedlich strukturierter Räume
  • altindustrialisierte Räume (Strukturwandel)
  • Wachstumsräume
  • Tourismusräume und Tourismuskonzepte
  • agrarisch geprägte Räume
  • Raumordnungskonzepte
 Zusammenarbeit in der Europäischen Union
  • Entwicklung des europäischen Integrationsprozesses und Auswirkungen am Beispiel eines Beitrittsstaates aus Mittel-, Ost- oder Südosteuropa
  • Regional- und Strukturförderung in der EU
  • Förderung von Grenzräumen am Beispiel einer Euroregion
  • Agrarmarkt
  • Energie- und Umweltpolitik
  • ausgewählte Dienstleistungsstrukturen
  • Verkehrsstruktur und Handelsströme in Europa

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Die Schülerinnen und Schüler erwerben und festigen Kenntnisse über naturgeografische Ordnungssysteme. Sie erklären das Wirkungsgefüge zwischen den verschiedenen Geokomponenten in unterschiedlichen Räumen und beurteilen Landschaftsveränderungen.

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Analyse strukturräumlicher Entwicklungen in Europa mithilfe verschiedener Medien. Darüber hinaus bewerten sie verschiedene Theorien und Raumordnungskonzepte.

Die Schülerinnen und Schüler erörtern Chancen und Probleme des europäischen Integrationsprozesses. Sie problematisieren und beurteilen räumliche Veränderungen am Beispiel der EU.

Vorschläge für Exkursionen

  • Tagesexkursionen: Braunkohleabbaugebiet, Uckermark oder Pomerania
  • Besuch europäischer Einrichtungen in Berlin, Brüssel, Straßburg
Themenfeld 3: Leben in der „Einen Welt“ – „Entwicklungsländer“ im Wandel

Inhalte

Nutzungspotenzial der Tropen und Subtropen
  • allgemeine Zirkulation der Atmosphäre, Schwerpunkt Passatkreislauf
  • Möglichkeiten, Formen und Folgen der Landnutzung in zwei/drei verschiedenen Ökosystemen der Tropen und Subtropen
  • Maßnahmen zum Schutz von Ökosystemen, Klassifizierung/Typisierung von Ländern
  • Veränderung des Entwicklungsbegriffes
  • Merkmale der Unterentwicklung
  • Möglichkeiten der Klassifizierung/Typisierung von Ländern
  • demografische und siedlungsgeografische Strukturen und Entwicklungen
  • natürliche und räumliche Bevölkerungsentwicklung
  • Modell des demografischen Übergangs
  • Migrationen
  • Verstädterung/Metropolisierung Entwicklungstendenzen in der Wirtschaft, Chancen und Risiken
  • postkoloniale Strukturen
  • räumliche Disparitäten
  • Entwicklungstheorien und -strategien
  • Entwicklungsstrategien sowie neue Entwicklungskonzepte anhand von zwei/mehreren verschiedenartigen Raumbeispielen
  • Unterentwicklung als globales Problem
  • Auswirkung des Globalisierungsprozesses auf Länder mit niedrigem Entwicklungsstand
  • Entwicklungszusammenarbeit/Friedenssicherung

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Durch die Einordnung der Entwicklungsländer in räumlich-topografische Dimensionen und verschiedene Ordnungsraster (z. B. Landschaftszonen) wenden die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Verfahren der räumlichen Orientierung an.

Sie erläutern kausale Zusammenhänge zwischen dem Naturpotenzial der Tropen sowie den agrarischen Nutzungssystemen. Dabei erarbeiten und bewerten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Darstellungsformen und wissenschaftliche Modelle (z. B. Zentrum-Peripherie-Modell; Modell des demografischen Übergangs).

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit eigenen und anderen Wertesystemen auseinander, indem sie Wechselwirkungen zwischen Ökonomie und Ökologie sowie von Nutzungskonkurrenzen erörtern.

In der kritischen Auseinandersetzung mit Entwicklungsmerkmalen, Entwicklungstheorien und -strategien erkennen die Schülerinnen und Schüler, dass die nachhaltige Sicherung der Lebensgrundlage der Menschen in globaler Verantwortung liegt.

Vorschläge für Exkursionen

Besuch von Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit, z. B. UNO-Vertretung, Botschaften

Themenfeld 4: Ausgewählte Weltwirtschaftsregionen im Wandel

Inhalte

Raumrelevante Bedeutung von geotektonischen und klimatischen Prozessen
  • plattentektonische Aktivitäten und deren Auswirkungen
  • Entstehung und Verteilung ökonomisch relevanter Bodenschätze und Nachhaltigkeit im Umgang mit Ressourcen
  • klimatische Prozesse und ihre Auswirkungen; Klimaschutz
Die USA in der Weltwirtschaft
  • wirtschaftsräumliche Gliederung der USA
  • Entwicklung und Wandel räumlicher Strukturen und Prozesse in Verdichtungsräumen
  • Entwicklungs- und Produktionszyklen; Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft
  • Arbeitskräftemigration
  • exemplarische Strukturanalyse einer Wachstumsregion einschließlich räumlicher Veränderungen durch das Agieren multinationaler Unternehmen
Der asiatisch-pazifische Raum in der Weltwirtschaft
  • Japans Weg in die Weltwirtschaft
  • räumliche Konzentration und deren Auswirkungen
  • exportorientierte Industrialisierungsprozesse am Beispiel einer ausgewählten Region/ ausgewählter Regionen
  • politische und ökonomische Sonderwege am Beispiel Chinas
Chancen und Risiken des Globalisierungsprozesses am Beispiel von einem/zwei ausgewählten Räumen
  • Welthandels- und Finanzströme; Außenhandelstheorien
  • internationaler Tourismus
  • Umweltprobleme und Umweltpolitik

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Die Schülerinnen und Schüler erschließen physisch-geografische Prozesse innerhalb von Litho- und Atmosphäre. Sie erarbeiten die anthropogene Beeinflussung des Klimasystems,  die Ausbeutung von Bodenschätzen und setzen sich mit Nutzungseingriffen in Räumen unterschiedlicher Dimensionsstufen auseinander.

Durch die Beschreibung von Lagemerkmalen und -beziehungen ausgewählter Weltwirtschaftsregionen anhand von topografischem Wissen erwerben die Schülerinnen und Schüler eine Raumorientierung, wobei sie historische und regionalgeografische Materialien vergleichen und nutzen.

Bei der Analyse verschiedener Weltwirtschaftsregionen nutzen die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche geografische Methoden und Arbeitstechniken und bewerten Auswirkungen regionaler und globaler Prozesse und Verflechtungen.

Sie erweitern dabei ihre Problemsicht und ihr differenziertes Raumverständnis und sind zunehmend in der Lage, Prozesse und Veränderungen mehrperspektivisch und selbstständig zu beurteilen.

Vorschläge für Exkursionen

  • Betriebsbesichtigung
  • Börse, Wirtschaftsministerium, Botschaften, Ostasiatisches Museum

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Geographie

Kurshalbjahre

Die Kurshalbjahre des Grundkursfaches sind mit denen des Leistungskursfaches identisch.

1. Kurshalbjahr : Siedlungsentwicklung und Raumordnung

2. Kurshalbjahr : Europa – Raumstrukturen im Wandel

3. Kurshalbjahr : Leben in der „Einen Welt“ – „Entwicklungsländer“ im Wandel

4. Kurshalbjahr : Ausgewählte Weltwirtschaftsregionen im Wandel

Weitere mögliche Inhaltsbereiche aus den Themenfeldern 1 – 4

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Politikwissenschaft

Kompetenzerwerb

Politische Bildung gehört zu den zentralen Aufgaben der Berliner Schule. Sie soll junge Menschen befähigen, „ihre Verantwortungsrolle als Bürger/-innen in der Demokratie anzunehmen“ (Eckwerte zur Politischen Bildung, Berlin 2002, S. 3) und ihre Gegenwart und Zukunft aktiv zu gestalten.

Das Fach Politikwissenschaft hat den Schülerinnen und Schülern die dafür notwendigen Kompetenzen zu vermitteln. Diese Fähigkeiten werden auch im Zusammenwirken mit anderen Fächern in der Schule und in der Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Umfeld erworben. Daher sind ein Austausch zwischen allen am Schulleben beteiligten Gruppen und eine Öffnung der Schule nach außen für eine erfolgreiche fachbezogene Kompetenzentwicklung unerlässlich.

Politikwissenschaft ist in besonderem Maße dazu geeignet, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, variable Anforderungssituationen in gesellschaftlichen Zusammenhängen erfolgreich zu bewältigen, d. h., die Schülerinnen und Schüler erlangen Kompetenzen, die Problemlösungen ermöglichen. Diese spiegeln grundlegende Handlungsanforderungen wider, mit denen die Schülerinnen und Schüler in diesem Fach, aber auch in ihrer heutigen und zukünftigen Lebenswirklichkeit konfrontiert sind, und bilden somit auch eine Grundlage für „lebenslanges Lernen“.

Alle gesellschaftlichen Probleme auf kommunaler, föderaler und nationaler Ebene sind in der Gegenwart und auch in absehbarer Zukunft von europäischen und internationalen Prozessen beeinflusst. Die Schülerin bzw. der Schüler steht als Individuum und als Bürgerin bzw. Bürger nicht nur in komplexen lokalen, regionalen oder nationalen Partizipations- und Entscheidungsprozessen, sondern diese Situationen sind stets mit europäischen und internationalen institutionellen oder konfliktuellen Gegebenheiten verbunden. Heutige und zukünftige Bürgerinnen und Bürger müssen also für eine globalisierte Welt qualifiziert werden, in der die nationalen Ebenen von Politik stets auch mit den europäischen und den internationalen Ebenen verbunden sind.

Politikwissenschaft ist als Schwerpunktfach konzipiert, das fachübergreifende und fächerverbindende Bezüge zu historischen, fremdsprachlichen, geografischen, juristischen, philosophischen, soziologischen und wirtschaftlichen Aspekten der politologischen Grundkonflikte anbahnt und ermöglicht.

Kompetenzen

Die zentrale Kompetenz für Politikwissenschaft, die auch alle anderen Kompetenzen leitet, ist folglich die: Politische Mündigkeit als Orientierungs-, Analyse-, Beurteilungs- und Handlungskompetenz in Fragen der regionalen, nationalen, europäischen und internationalen Politikfelder in einer globalisierten Welt.

Orientierungs-, Analyse-, Beurteilungs- und Handlungskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler erlangen die Fähigkeit,

  • auf der Grundlage eines reflektierten Grundverständnisses des demokratischen politischen Systems, der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung unterschiedliche politische Probleme zu identifizieren, zu deuten und ihre Bearbeitung zu organisieren,
  • sich Informationen zu politischen Problemen und Entscheidungsprozessen zu beschaffen und diese für die Analyse der beteiligten Personen, Institutionen, gesellschaftliche Interessen sowie der nationalen und internationalen Verflechtungen aufgabengerecht zu verwenden,
  • komplexe gegenwärtige und zukünftige politische Probleme in Deutschland, Europa und anderen Teilen der Welt sowie gegenseitige Abhängigkeiten aufgrund einer soliden Wissensbasis zu erkennen, zu erklären und zu beurteilen, Lösungsmöglichkeiten simulativ anzubahnen, Entscheidungen zu treffen und Stellungnahmen zu verfassen,
  • an Beispielen aus der aktuellen Politik, aus Wirtschaft und Gesellschaft kontroverse Argumente auf sachliche Richtigkeit, implizite Werthaltungen, Interessen und mögliche Folgen zu untersuchen sowie kriteriengestützt und begründet zu beurteilen,
  • Textquellen aus unterschiedlichen Politikfeldern, z.B. Lexika, Zeitungen und einfache politik- und sozialwissenschaftliche Aufsätze und Fachbücher, selbstständig für die Bearbeitung politischer Fragestellungen auszuwählen, reflektiert zu analysieren und kriteriengeleitet zu beurteilen,
  • verschiedene andere Medien, z.B. Film, Fernsehen, Internet, Bilder, Karten, Statistiken, Schaubilder u.a.m. reflektiert zu beurteilen und gezielt für eigene Arbeitsvorhaben zu verwenden,
  • Ereignisse, Probleme und Konflikte aus der politischen Öffentlichkeit, aus Wirtschaft und Gesellschaft unter ausgewählten Kriterien, z.B. Sinngehalt von Ordnungsmodellen, Grundwerte wie Freiheit, Rechtsstaatlichkeit oder Toleranz gegenüber anderen kulturellen, demokratiefeindlichen oder politischen Gruppen zu analysieren und zu beurteilen,
  • ihre Arbeitsergebnisse in verschiedenen Präsentations- und Visualisierungstechniken, z.B. Overhead-Folie, Plakat, Beamer, Cluster, Mind-Map zu veröffentlichen und ergebnisorientiert zu beurteilen,
  • zum eigenständigen, kategorien- und kriteriengeleiteten, multiperspektivischen sowie diskursiven Urteil,
  • eigene Meinungen, Überzeugungen und Interessen in der Öffentlichkeit angemessen zu vertreten, z.B. bei Podiumsdiskussionen, Wahlen, Demonstrationen, Bürgerinitiativen, in Leserbriefen, Petitionen, Flugblättern, auf Plakaten oder Websites,
  • sich persönliche politische Voreinstellungen bewusst zu machen, eigene Werthaltungen und Wertmaßstäbe in rechtlicher und ethisch-moralischer Sicht zu reflektieren und gegebenenfalls unter Berücksichtigung anderer Positionen und Perspektiven zu korrigieren.
Methodenkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler erlangen die Fähigkeit

  • zum individuellen und reflektierten Einsatz von komplexen Methoden: fachspezifische Redeformen, Vortrag, Interview usw.,
  • bei der Durchführung von Arbeitsvorhaben über den Einsatz von Medien und Methoden zu    entscheiden, z.B. Parlamentssimulation, Pro- und Contra-Debatte, Deliberation, Rollenspiel, Interview, Zeitzeugenbefragung, Exkursion und die Ergebnisse unter dem Aspekt des methodischen Vorgehens kritisch zu reflektieren,
  • komplexe Probleme differenziert, ziel- und ergebnisorientiert, team- und konsensfähig zu   erkennen, zu analysieren und simulativ zu lösen.
Beurteilungs- und Analysekompetenz

Die Schülerinnen und Schüler treffen unter Anleitung der Lehrerin bzw. des Lehrers reflektierte Urteile, indem sie

  • zu politischen Fragen und Problemen sachlich begründete Stellungnahmen abgeben und dabei die verschiedenen Betrachtungsebenen (z. B. politische, wirtschaftliche, soziale, rechtliche) unterscheiden,
  • geeignete aktuelle Beispiele oder Beispiele aus ihrer Lebenswelt anführen.
Analyse – und Orientierungskompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • haben in Bezug auf die Bundesrepublik Deutschland Grundkenntnisse zum politischen System, zur Wirtschaftsordnung und zur Gesellschaftsordnung sowie ihrer Verflechtungen erworben und erläutern dabei die folgenden Kernkonzepte fachgerecht, ordnen sie geschichtlich zu und verdeutlichen diese an Beispielen
  • Grundrechte, Gewaltenteilung und politische Freiheit,
  • Zivil- und Strafrecht,
  • soziale Sicherheit und Gerechtigkeit,
  • Grundprinzipien und -formen der repräsentativen und direkten Demokratie,
  • Grundprinzipien der Marktwirtschaft,
  • entwickeln ein Grundverständnis von transnationalen Verflechtungen moderner Gesellschaften,
  • erläutern an einem Beispiel praktische Konsequenzen und Probleme der europäischen Integration,
  • erläutern an einem Beispiel Globalisierungsprozesse in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft,
  • erläutern hierzu an einem Beispiel Grundprobleme gegenwärtiger Friedens- und Sicherheitspolitik und kontroverse Positionen.
Methodenkompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • markieren und analysieren Texte gezielt unter Anleitung der Lehrerin bzw. des Lehrers,
  • nutzen gezielt unter Anleitung der Lehrerin bzw. des Lehrers verschiedene Medien und Methoden für die eigene politische Information und unterscheiden dabei zwischen Sachdarstellung und Meinungsäußerung,
  • praktizieren unter Anleitung der Lehrerin bzw. des Lehrers verschiedene Gesprächs- und Sozialformen in der Lerngruppe und halten Gesprächsregeln ein,
  • halten selbstständig kurze Referate zu vorgegebenen fachlichen Themen der politischen Bildung.

Am Ende der gymnasialen Oberstufe sollten die Schülerinnen und Schüler die zentrale Kompetenz politischer Bildung erworben haben, nämlich: politische Mündigkeit als Orientierungs-, Analyse-, Beurteilungs- und Handlungskompetenz in Fragen der regionalen, nationalen, europäischen und internationalen Politikfelder in einer globalisierten Welt. Diese Kompetenz umfasst miteinander vernetzte Teilkompetenzen und soll durch die folgenden Regelstandards überprüfbar gemacht werden.

Im Leistungskursfach werden die für das Grundkursfach genannten Standards unter dem Aspekt einer wissenschaftspropädeutischen Ausbildung vertieft; sie sind gerichtet auf:

  • vertiefte und komplexere Urteilsbildung-
  • verstärkten Einbezug für das Fach relevanter Theorien und Modelle-
  • intensivere theoretische Reflexion
  • Darstellung umfassenderer Fragen und Probleme
  • selbstständigere Anwendung fachlicher Arbeitsformen und -methodenbreiter gefächerte politische Handlungsfähigkeit in lebensweltlichen Bezügen

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Politikwissenschaft

Themenfelder

Themenfeld 1:  Erschließung von ausgewählten Politikfeldern
1.1 Demokratie gestern, heute, morgen in Theorie und Praxis (Pflichtbereich)

Inhalte

  • repräsentative und identitäre Demokratie
  • mögliche Fallbeispiele: repräsentative Demokratie
  • Theorien: FRAENKEL, SCHUMPETER u.a.Beispiele: USA, GB, BRD u.a.
  •  identitäre Demokratie
  • Theorien: ROUSSEAU
  • Beispiele für Elemente: Plebiszit (Weimarer Republik, Schweiz)
  • Möglichkeiten heute und in Zukunft (Die Grünen, Bürgerinitiativen)
  • der Rätegedanke
  • Theorien: DÄUMIG, SINZHEIMER-
  • Beispiele: 1918/19 – Weimarer Republik; 1917/18 – Russland; 1968 ff.: Studentenbewegung

Für das Leistungskursfach:

  • polity, policy, politics oder andere ausgewählte Politikbegriffe

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • ansatzweise selbstständiger und sicherer Einsatz von Lesemethoden (z.B. 4-Schritt-Lese-Methode, Textmarkierungen)-
  • ansatzweise selbstständiges und zielgerichtetes Nachschlagen und Erstellen von Kurzbiografien der Theoretiker in Einzelarbeit-
  • selbstständiger und sicherer Einsatz einfacher und übersichtlicher Präsentationen, z.B. OH – Folie, Tafelbild, Plakat-
  • zielgerichtete Analyse von Textquellen unter Anleitung der Lehrerin bzw. des Lehrers-
  • lehrergeleitete Entwicklung von politikbezogenen Kriterien für Sachurteile zu den Theorien; erste persönliche Einschätzungen der Schüler als Vorübungen für die Bildung von Werturteilen angeleiteter und zielgerichteter Einsatz von Komplexmethoden, die in Gruppenarbeit vorbereitet werden: Pro und Contra-Debatte, Rollenspiel, Fallbeispiel
  • lehrergeleitete Anwendung der Politikbegriffe bei der Analyse politischer Fragen
 1.2: Gegner der Demokratie (Pflichtbereich)

Inhalte

Politischer Extremismus – Theorie, Praxis, aktuelle Tendenzen und Verbindungen:

  • Antisemitismus
  • Nationalismus, Neonazismus und „Neue Rechte“
  • Religiöser Fundamentalismus, z. B. Islamismus
  • Rassismus
  • Linksradikalismus
  • Terrorismus.

 Für das Leistungskursfach:

  • Strukturmerkmale von Diktaturen, z.B. Militärdiktatur, Parteidiktatur

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • vollständige Textanalyse in Partnerarbeit oder Gruppenarbeit mit Einhilfen der Lehrerin bzw. des Lehrers
  • kriteriengeleitete Analyse von Filmen, Karikaturen, Bildern, Fotos, Plakaten unter Anleitung der Lehrerin bzw. des Lehrers: explizites Herausarbeiten des Perspektiven-Begriffs
  • reflektierte Weiterentwicklung oder -verwendung von Kriterien bei der Sachurteilsbildung, Anbahnung einer Kategorisierung dieser Kriterien unter Anleitung der Lehrerin bzw. des Lehrers
  • Verständigung über tragfähige Werte/Wertmaßstäbe der Schülerinnen und Schüler als Grundlage für erste Werturteile in lehrergeleiteten Urteilsgesprächen, in denen die Standortgebundenheit der Akteure und die Konsens- und Konfliktfähigkeit der Schülerinnen und Schüler reflektiert werden
  • Vorbereitung und Mitgestaltung von Erkundungen / Exkursionen
  • kriteriengeleitete Analyse fachspezifischer Texte mit partiellen Einhilfen der Lehrerin bzw. des Lehrers, ansatzweise Vertiefung der selbstständigen Sach- und Werturteilsbildung der Schülerinnen und Schüler
 1.3 : Schule als Lebensraum (Wahlbereich)

Inhalte

  • Rechte und Pflichten der am Schulleben Beteiligten
  • Schule als Lebens- und Lernort
  • Schulprogramm, Schulprofil, Schulkultur
  • aktuelle Probleme der Berliner Schule
  • Schule im europäischen Vergleich

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • ansatzweise selbstständiges Nachschlagen und Rezipieren von Wissen sowie Anbahnung, dieses auch teamfähig zu strukturieren und zu organisieren
  • ansatzweise selbstständiger, individueller und reflektierter Einsatz von komplexen Methoden: fachspezifische Redeformen, Vortrag, Interview
  • lehrergeleitete Einführung bzw. Verdeutlichung der Betrachtungsebene/Wissenschaft „Recht“ sowie zugehöriger Kategorien (z.B. Rechte und Pflichten, Schuld usw.) und Kriterien
 1.4 : Gesellschafts- und Sozialstruktur (Wahlbereich)

Inhalte

Exemplarische Untersuchung von Entwicklungen in der Gesellschafts- und Sozialstruktur der Bundesrepublik Deutschland oder der DDR seit 1949, z. B. unter

  • demografischen
  • politischen
  • ökonomischen
  • sozialen
  • räumlichen
  • konfessionellen
  • geschlechtsspezifischen
  • interkulturellen verbands- oder vereinsspezifischen Schwerpunkten

Es besteht auch die Möglichkeit einer exemplarischen vergleichenden Untersuchung.

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • vertieftes, selbstständiges Nachschlagen und Rezipieren von Wissen sowie Anbahnung, dieses auch teamfähig zu strukturieren und zu organisieren
  • lehrergeleitete Analyse und Beurteilung von ausgewählten Medien: Karikaturen, Filme, Bilder, Fotografien, Musik/Lieder, Internet, Plakate, Karten, Statistiken, Schaubilder, Hörspiele, Dias usw.
  • ansatzweise selbstständiger, individueller und reflektierter Einsatz von komplexen Methoden: fachspezifische Redeformen, Vortrag, Interview
  • lehrergeleitete Einführung bzw. Verdeutlichung der Betrachtungsebene „Soziologie“ sowie zugehöriger Kategorien (z.B. Individuum und Gemeinschaft/ Gesellschaft) und Kriterien
1.5 : Demokratietheorien (Wahlbereich)

Inhalte

  • die frühneuzeitlichen Demokratietheorien und ihre ideengeschichtlichen Grundlagen
  • Elemente: Souveränität, Naturrecht, Gesellschaftsvertrag, Gewaltenteilung (HOBBES,LOCKE, MONTESQUIEU)
  • repräsentative Demokratie (BURKE, Federalist Papers: HAMILTON, JAY, MADISON)
  • Identitäre Demokratie (ROUSSEAU)
  • moderne Demokratietheorien
  • soziale Demokratie (z. B. LASSALLE)
  • liberale Demokratie: Pluralistische Demokratie (z.B. FRAENKEL, STAMMER)
  • Konkurrenzdemokratie (z. B. Schumpeter), Neues Demokratieverständnis (z.B. ABENDROTH, HABERMAS, SCHARPF)
  • basisdemokratische Regulative der repräsentativen Demokratie (Plebiszite, Bürgerinitiativen)

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • Analyse theoretischer Texte mit Einhilfe der Lehrerin bzw. des Lehrers
  • ansatzweise selbstständiger, individueller und reflektierter Einsatz von komplexen Methoden: fachspezifische Redeformen, Vortrag, Referat unter Verwendung von weiteren Präsentationsformen: Schaubilder, Mind-Map, Beamer, lehrergeleitete interaktive Gesprächs- und Präsentationsformen
  • lehrergeleitete Einführung bzw. Verdeutlichung der Betrachtungsebene/Wissenschaft „Philosophie“ sowie zugehöriger Kategorien (z. B. Utopie, Ideal und Realität) und Kriterien
1.6 :  Konflikt und Konsens (Wahlbereich)

Inhalte

  • Konflikt-Begriff, Konfliktarten und -theorien
  • Kategorisierung in Interessen-, Ordnungs- und Wertkonflikte
  • Behandlung von möglichst aktuellen Konflikten unterschiedlicher Ebenen: intrapersonale und interpersonale Konflikte, Konflikte in Gruppen, Konflikte zwischen Gruppen, gesellschaftliche Konflikte, internationale Konflikte, Training von Konflikterkennung, -analyse, -lösung

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • Analyse theoretischer Texte mit Einhilfe der Lehrerin bzw. des Lehrers
  • lehrergeleitete Analyse und Beurteilung von konkreten und abstrakten bzw. theoretischen Konzepten, Problem- und Interessenlagen, evtl. unter Einsatz simulativer Methoden wie Rollen- oder Planspiel,
  • Expertengespräch, -interview oder -einführung zu Mediation, Supervision, Konflikttraining, Kommunikationstraining usw. unter Anleitung von Lehrern bzw. Experten
1.7 : Wirtschaft (Wahlbereich)

Inhalte

  • Grundlagen des Wirtschaftens
  • Modell der freien Marktwirtschaft (SMITH)
  • Modell der sozialen Marktwirtschaft
  • Modell der Zentralverwaltungswirtschaft
  • Grundlagen der Wirtschaftspolitik
  • Grundgesetz und Wirtschaftsordnung
  • gesetzliche Grundlagen, z.B. Wettbewerbsrecht, Stabilitätsgesetz, Kartellrecht, betriebliche Mitbestimmung
  • Instrumente staatlicher, unternehmerischer und gewerkschaftlicher Wirtschaftspolitik

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • ansatzweise selbstständiges Nachschlagen und Rezipieren von Wissen sowie Anbahnung, dieses auch teamfähig zu strukturieren und zu organisieren
  • ansatzweise selbstständiger, individueller und reflektierter Einsatz von komplexen Methoden: fachspezifische Redeformen, Vortrag, Interview
  • lehrergeleitete Einführung bzw. Verdeutlichung der Betrachtungsebene/Wissenschaft „Wirtschaft“ sowie zugehöriger Kategorien (z.B. Kosten und Nutzen) und Kriterien

Für die gesamten Teilaspekte 3-7:

  • weitgehend selbstständiger und reflektierter Einsatz von komplexen Methoden in der Gruppe: Gestaltung und Leitung z.B. von Pro- und Contra-Debatten, Rollenspielen, Zeitzeugengesprächen (Oral History), Erkundungen, Exkursionen sowie Teilnahme an Wettbewerben und Projekten
  • lehrergeleitete und regelgestützte interaktive Gesprächsformen
  • erste eigene, reflektierte politische Simulationshandlung: Demonstration, Wahlen, Bürgerinitiativen, Plebiszite, Podiumsdiskussionen usw.
Themenfeld 2 : Bundesrepublik Deutschland heute
 2.1 : Verfassungsrechtliche Grundlagen der Bundesrepublik Deutschland (Pflichtbereich)

Inhalte

  • Grundrechte als Orientierung in unserer Gesellschaft Art. 20 GG – Rechtsstaat, Sozialstaat, Bundesstaat, Demokratie
  • das Grundgesetz leben, z.B. Gleichberechtigung von Mann und Frau, Chancengleichheit
  • in der Arbeitswelt, Diskriminierungsverbot gegenüber Behinderten
  • Staatsorgane, Wirtschaftsordnungen, Gesellschaftsaufbau

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • zielgerichtete Anwendung des GG und von Kommentaren zum GG
  • lehrergeleitete Ableitung verfassungsrechtlicher Wertvorstellungen auf politiktheoretischer und philosophischer Grundlage selbstständige Textanalyse (inklusive Kategorien- und Kriterienbildung) und Präsentation der Arbeitsergebnisse (Verfassungsprinzipien) in Arbeitsgruppen
  • ansatzweise selbstständige kategorien- und kriteriengeleitete Sachurteile im lehrergelenkten Unterrichtsgespräch ansatzweise selbstständige Analyse komplexer Grafiken, die Zusammenhänge, Wechselwirkungen und Abläufe verdeutlichen
2.2 :  Globales Wirtschaften contra nationale Politik (Pflichtbereich)

Inhalte

  • Neoliberalismus und soziale Marktwirtschaft im Spannungsfeld internationaler Wirtschaftsentwicklungen
  • Konjunktur- und Wachstumspolitik
  • exemplarisches Untersuchen des Wirtschaftens eines Groß-, Mittel- oder Kleinbetriebes unter Berücksichtigung nationaler Vorgaben
  • Rolle der Tarifparteien, z.B. Flächentarifvertrag, Unternehmensverlagerungen, Deutschland als Wirtschaftsstandort

Für das Leistungskursfach:

  • Marktforschung und Verbraucherschutz im nationalen, europäischen und internationalen Rahmen

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • selbstständige Wiederholung bzw. Erarbeitung von Grundbegriffen Analyse von Schaubildern und Statistiken sowie empirischen Befunden und Prognosen unter Anleitung der Lehrerin bzw. des Lehrers weitgehend selbstständiger und reflektierter Einsatz von komplexen Methoden in der Gruppe: Internetrecherche, Interviewtechnik, Betriebsbesuche, Befragungen- Zukunftswerkstatt, Szenariomethode
  • weitgehend selbstständige Analyse, Auswertung und Simulation von repräsentativen Umfragen, Prognosen
2.3 : Partizipation in der Verfassungswirklichkeit (Wahlbereich)

Inhalte

  • Projektwoche: exemplarisch sollen an Beispielen erarbeitete Normen und Partizipationsmöglichkeiten mit Fallbeispielen aus der politischen und gesellschaftlichen Realität kontrastiert werden

mögliche Themenfelder sind…

  • Wahlen
  • parlamentarische Arbeit
  • Gewaltenteilung
  • Parteien in der Demokratie und innerparteiliche Demokratie
  • Gewerkschaften und Verbände
  • Bürgerinitiativen
  • Emanzipationsbewegungen

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • Analyse von Tages- und Wochenzeitungen, Reihenpublikationen, politischen Magazinen und Nachrichtensendungen in Rundfunk und Fernsehen, von politischen Informationsangeboten gängiger Internetprovider unter Anleitung der Lehrerin bzw. des Lehrers
  • Überprüfung der Umsetzung der Normen und Werte des GG auf verschiedenen Politikfeldern , lehrergeleitete Vertiefung der kategorien- und kriteriengeleiteten Sach- und Werturteilsbildung unter besonderer Berücksichtigung der Perspektiven, d. h. explizite Verdeutlichung der Bedeutung von Multiperspektivität
2.4 : Demografie und Gesellschaftswandel (Wahlbereich)

Inhalte

  • Demografische Entwicklung bis 2050
  • Konsequenzen für gesellschaftliche, wirtschaftliche und soziale Entwicklungen
  • Deutschland – ein Einwanderungsland

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • ansatzweise selbstständiges Erarbeiten von Grundbegriffen
  • Analyse von Schaubildern und Statistiken sowie empirischer Befunde und Prognosen unter Anleitung der Lehrerin bzw. des Lehrers
  • selbstständiger und reflektierter Einsatz von komplexen Methoden in der Gruppe: Erkundungen, Exkursionen, Befragungen, Zukunftswerkstatt, Szenariomethode
2.5  : Strukturwandel in Arbeitswelt und Sozialsystemen (Wahlbereich)

Inhalte

  • von der Industrie- zur Informationsgesellschaft
  • Tages-, Wochen-, Jahres-, Lebensarbeitszeit
  • Arbeitszeitmodelle
  • globale Ökonomie und Arbeitsmarktstruktur
  • Ursachen und Folgen von Arbeitslosigkeit
  • Veränderungen des Gesundheits- und Rentensystems durch demografischen und wirtschaftlichen Wandel
  • alternative Konzepte

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • selbstständiges Erarbeiten von Grundbegriffen
  • Analyse von Schaubildern und Statistiken sowie empirischen Befunden, Programmen und Prognosen unter Anleitung der Lehrerin bzw. des Lehrers
  • selbstständiger und reflektierter Einsatz von komplexen Methoden in der Gruppe: Erkundungen, Exkursionen, Befragungen, Zukunftswerkstatt, Szenariomethode
2.6 : Probleme der deutschen Einheit (Wahlbereich)

Inhalte

  • Politikverständnis, Demokratiebegriffe
  • Umgang mit Geschichte und Identität
  • politische Einstellungen, insbesondere bei Jugendlichen
  • demografische Entwicklung seit 1990
  • Geburtenrate, Binnenwanderung
  • Folgen für Familie, Schule und Wirtschaft
  • wirtschaftlicher Strukturwandel
  • Arbeitslosigkeit, Deindustrialisierung, neue Industrien, Dequalifikation
  • neue Qualifizierungsmaßnahmen

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • selbstständige Wiederholung bzw. Erarbeitung von Grundbegriffen unter Berücksichtigung der Demokratietheorien
  • selbstständiger und reflektierter Einsatz von komplexen Methoden in der Gruppe: Interviewtechnik, Schulbesuche, Befragungen, Internetrecherche
  • Analyse von Schaubildern und Statistiken sowie empirischer Befunde, Programmen und Prognosen unter Anleitung der Lehrerin bzw. des Lehrers
  • Exkursion zu alten Industriestandorten
  • Erkundung beruflicher Fortbildungseinrichtungen
2.7 : Freie Themen (Wahlbereich)

Inhalte

  • z.B. Frauen, Männer, Jugend, Senioren, Lesben und Schwule, Medien, Gewalt, Ökonomie und Ökologie, nachhaltige Entwicklung, Bundeswehr, Zukunft

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • selbstständiges Erarbeiten von Grundbegriffen und Problemstellungen
  • selbstständiger und reflektierter Einsatz von komplexen Methoden in der Gruppe: Vorbereitung und Teilnahme an (Schüler-) Wettbewerben

Vorbereitung auf die Besondere Lernleistung (BLL)

Themenfeld 3: Die EU – gestern, heute, morgen (Pflichtbereich)

Inhalte

  • Etappen der europäischen Integration
  • Grundsätzliche Motive und Zielsetzungen
  • EU-Vertrag (von Maastricht, Europäische Gemeinschaften, Zusammenarbeit in Innen- und Justizpolitik)
  • Europäischer Verfassungsvertrag
  • Institutionen der EU
  • Zukunft der Erweiterungen und Vertiefungen

Für das Leistungskursfach:

  • europäische Parlamente im Vergleich: nationale Legislativen und das EU-Parlament

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • sinnvoll strukturierte Mitschriften (Ergebnis-, Verlaufsprotokolle) von (Lehrer-)Vorträgen zu ausführlichen, exemplarischen Präsentationen mit Flip-Chart, Beamer und PC: z.B. Power-Point oder Mediator durch den Lehrer
  • durchdringende Textquellenarbeit, die die Erarbeitung von (Kategorien und Kriterien sowie) historischen und aktuellen Perspektiven der Urteilsbildung unter Einhilfen der Lehrerin bzw. des Lehrers ermöglicht
  • zielgerichtete Verwendung der EU-Verträge (bzw. einer möglichen Verfassung) und von Kommentaren zu den EU-Verträgen (bzw. zu einer möglichen Verfassung), regelmäßige Aktualisierungen über Internetrecherche
  • selbstständige Gruppenarbeit mit ausführlicher, übersichtlicher und thesenbildender Präsentation: Flip-Chart, Beamer und PC: z.B. Power-Point oder Mediator reflektierter Einsatz gesprächsorientierter und simulativer Methoden: Pro und Contra-Debatte, Expertengespräch, (reduziertes) Planspiel, Rollenspiel
  • Vergleichende Analyse komplexer Grafiken
  • Sachurteilsbildung anhand ausgewählter Kategorien, z.B. Plebiszit, Repräsentation
3.1 : Machtfaktor EU (Pflichtbereich)

Inhalte

  • EU als Wirtschaftsmacht: Haushalts-, Finanz- und Strukturpolitik
  • EWWU und Euro
  • gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU (GASP/ š. Säule“)
  • EU und europäisches Ausland
  • Entwicklungspolitik der EU und in den europäischen Staaten

Für das Leistungskursfach:

  • EU und USA (NAFTA) , Japan, Ostasien (wenn Einführungsphase wegfällt!)

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • weitgehend selbstständige Erarbeitung von Kategorien und Kriterien für die Beurteilung politischer, wirtschaftlicher (und militärischer) Machtstrukturen und -konstellationen
  • selbstständige Wiederholung bzw. Erarbeitung von Grundbegriffen
  • Meinungsumfragen im Pw-Kurs sowie in Berlin und Brandenburg, die die Grundlage für die Identifizierung von Vorurteilen, Vorausurteilen, Urteilen zur EU-Wirtschaftspolitik bilden – geplant und durchgeführt in Gruppen
  • vertieft reflektierte und diskursnahe Urteilsbildung, die besonders die interessengeleiteten Perspektiven der jeweiligen Staaten auf der politischen und wirtschaftlichen Betrachtungsebene berücksichtigt
  • selbstständige, vertiefte und diskursnahe Urteilsbildung (s.o.)
3.2 : Europäische Identität (Wahlbereich)

Inhalte

  • Europa-Ideen aus historischer und aktueller Perspektive: Vordenker und Denker
  • Sprachen und Kulturen in Europa
  • Identität, Vorausurteile und Vorurteile (Stereotype)
  • Minderheiten und Volksgruppen in Europa: Basken, Sinti und Roma, Sorben etc.
  • Menschen- und Bürgerrechte in Europa
  • Religionen in Europa: Christen, Juden, Moslems etc.

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • vergleichende Textquellenarbeit: Vertiefung von Kategorien und Kriterien sowie historischen und aktuellen Perspektiven der Urteilsbildung
  • selbstständige und umfassende Kartenauswertungen und -präsentationen; prägnante Kurzvorträge über bzw. in europäischen Sprachen (vergleichende Sprachbeispiele)
  • reflektierte Interaktionsformen in Gruppen und im Plenum: Rollenübernahme, Multi-perspektivität; Auswertung von Karikaturen
  • weitgehend selbstständiger und reflektierter Einsatz von komplexen Methoden in der Gruppe: Oral-History, Zeitzeugengespräch
  • selbstständiger und reflektierter Einsatz von individuellen Methoden: z. B. politische Rede (Eintreten für eine Position)
  • ansatzweise selbstständige Vorbereitung, Durchführung und Auswertung von Exkursionen zu außerschulischen Lernorten: Kirchen, Synagogen, Moscheen, Museen
Themenfeld 4 : Internationale Entwicklungen im 21. Jahrhundert
4.1 : Globalisierung als ökonomischer, politischer (völkerrechtlicher), gesellschaftlicher und ökologischer Prozess – unter Berücksichtigung der Interdependenzen zwischen Nord und Süd (Pflichtbereich)

Inhalte

  • Dimensionen der Entwicklung (Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Ökologie)
  • Nord-Süd-Konflikte und Interdependenzen anhand von mindestens einem Länderbeispiel (Brasilien, Nigeria, Mali, Ägypten etc.)
  • globale Steuerungssysteme (WTO, Weltbank, IWF, NWWO usw.)
  • globale Sicherheitssysteme (UNO, NATO, EU, OSZE, SALT I und II usw.)
  • Entwicklung und Durchsetzung des Völkerrechts (Den Haag, Genf usw.)

Für das Leistungskursfach:

  • Grundlagen des Völkerrechts

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • Begriffsverständigung unter Einhilfen der Lehrerin bzw. des Lehrers
  • eigenständige und sichere Erstellung und Präsentation von strukturierenden Schaubildern (v. a. Organigrammen)
  • selbstständige und mediengestützte (projektorientierte) Erarbeitung und Präsentation eines Fallbeispiels, z.B. Wandzeitung, Ausstellung, Web-Seite usw.
  • kategorie- und kriteriengeleitete Analyse, Gegenüberstellung und diskursive Beurteilung der Darstellungen von Regierungen und Nicht-Regierungsorganisationen sowie kritischer Betrachter
  • selbstständiges Erarbeiten von Grundbegriffen, kategorien- und kriteriengestützte Analyse und Präsentation eines Fallbeispiels, z.B. Verfahren am Internationalen Strafgerichtshof
4.2 : Internationale Konflikte und Kriege nach dem Ost-West-Konflikt (Pflichtbereich)

Inhalte

  • Terrorismus, Islamismus, Nationalismus
  • Friedensforschung
  • Unabhängigkeitsbewegungen
  • ethnische Konflikte und Bürgerkriege (Menschenrechtsverletzungen)
  • Konflikte um Ressourcen anhand des Nahostkonflikts und eines weiteren Fallbeispiels: Balkan, Irak, Afghanistan, Algerien, Kongo, Nigeria etc.

Für das Leistungskursfach:

  • Deutsche Positionen in internationalen Konflikten

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • selbstständige Wiederholung bzw. Erarbeitung der Grundbegriffe Konsens und Konflikt sowie Krieg und Frieden
  • kategorien- und kriteriengeleitete Erstellung und Nutzung von Handapparaten bzw. Datenbanken in selbstorganisierter Gruppenarbeit
  • diskursive Urteilsbildung unter Rückbezug auf das erarbeitete Verständnis von Demokratie und Menschenrechten, Globalisierung
  • selbstständige Auswahl, Bearbeitung und Ergebnispräsentation in Gruppen, z.B. Pro- und Contra-Debatte, Rollenspiel
4.3: Theorien des gegenwärtigen internationalen Systems (Wahlbereich)

Inhalte

  • Unipolarität
  • Tripolarität
  • Multipolarität
  • Zukunftsmodelle

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • Analyse und Beurteilung von theoretischen Konzepten und Problemlagen auf der Grundlage der Prinzipien des Selbstorganisierten Lernens (SOL), Modell- und Zukunftswerkstatt
4.4 : Ökonomie und Ökologie unter Berücksichtigung der Interdependenzen zwischen Nord und Süd (Wahlbereich)

Inhalte

  • beispielsweise an der Regenwaldproblematik, der Desertifikation etc.

Länderbeispiele:

  • Brasilien
  • Indonesien
  • Malaysia

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • selbstständige Analyse und diskursive Beurteilung von Problemlagen unter besonderer Berücksichtigung der Globalisierung
4.5 : Politische und wirtschaftliche Aspekte des Kampfes um Wasser, Rohstoffe, Energien als Ressourcen – unter Berücksichtigung der Interdependenzenzwischen Nord und Süd (Wahlbereich)

Inhalte

Länderbeispiele:

  • Ägypten
  • Israel / Türkei / Jordanien / Syrien / Iran /Irak
  • Libyen
  • Mali

Kompetenzerwerb im Themenfeld

  • selbstständige Analyse und diskursive Beurteilung von Problemlagen unter besonderer Berücksichtigung der Globalisierung
  • expertengestützte Erarbeitung simulativer Lösungsmodelle, z.B. Szenario-Methode, Planspiel, Zukunftswerkstatt usw.
  • Exkursionen

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Politikwissenschaft

Kurshalbjahre

 1. Kurshalbjahr: Erschließung von ausgewählten Politikfeldern

2. Kurshalbjahr: Bundesrepublik Deutschland heute

3. Kurshalbjahr:  Europa

4. Kurshalbjahr:  Internationale Entwicklungen im 21. Jahrhundert

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