Rahmenplan für die Qualifikationsphase – Sprachen

Prof. Dr. Eberhard Meumann

Rahmenplan für die Qualifikationsphase des privaten beruflichen Gymnasiums

Inhalt

  1. Deutsch – Kompetenzerwerb
  2. Deutsch – Themenfeld
  3. Deutsch – Kurshalbjahre
  4. Englisch – Kompetenzerwerb
  5. Englisch – Themenfeld
  6. Englisch – Kurshalbjahre
  7. Französisch – Kompetenzerwerb
  8. Französisch – Themenfeld
  9. Französisch – Kurshalbjahre
  10. Spanisch – Kompetenzerwerb
  11. Spanisch – Themenfeld
  12. Spanisch – Kurshalbjahre

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Deutsch

Kompetenzerwerb

Im Mittelpunkt des Deutschunterrichts stehen die Lernenden als lesende, schreibende, spre­chende und urteilende Individuen. Der auf sie bezogene Bildungsauftrag umfasst aktive sprachliche Qualifizierung und ästhetische Bildung gleichermaßen. Das Fach Deutsch befä­higt die Lernenden zur selbstständigen und kompetenten Teilnahme am kulturell ästhetischen, geistigen, politischen und gesellschaftlichen Leben, in das sie durch ihre Spra­che über Texte aller Art einbezogen werden; damit erfüllt das Fach eine identitätsstiftende Funktion. Die Lernenden erschließen sich literarische und pragmatische Texte in der Vielfalt ihrer Formen, Sprachen und Weltsichten. Sie gewinnen durch Rezeption und Produktion von Texten ästhetische Erfahrungen und soziale Erkenntnisse. Zugleich entwickeln sie im all­tagssprachlichen und wissenschaftlichen Diskurs ihre Fähigkeit, sich mit eigenen Positionen und denen anderer auseinander zu setzen und diese in kommunikativer Absicht zu vermit­teln. Sie erfüllen damit das grundlegende demokratische Prinzip der Diskursfähigkeit.

Der Deutschunterricht in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe hat eine be­rufsqualifizierende und zugleich wissenschaftspropädeutische Funktion. Er zielt darauf ab, dass die Lernenden sich zu Theorieansätzen und Problemlösungsangeboten in Beziehung setzen sowie eigenes Handeln reflektieren. Sie nähern sich Sachverhalten fragend und er­proben kreativ eigene Lösungsansätze. Die Auseinandersetzung mit komplexen sprachli­chen und künstlerischen Sachverhalten fördert zunehmend ein reflexiv-analytisches und da­mit selbstbestimmtes Handeln.

Der im Diskurs angelegte Wechsel von Perspektiven und die Öffnung für unterschiedliche Betrachtungsweisen fördern vernetztes Denken und gehen von einem dynamischen Modell des Wissenserwerbs aus. Hierdurch erkennen die Lernenden über die Grenzen des Faches hinaus Zusammenhänge und können sie selbstständig herstellen. Sie bereiten sich damit zielgerichtet auf die Anforderungen in Studium und Beruf vor und entwickeln ihre Fähigkeit und Bereitschaft zu lebenslangem Lernen.

Sprachliche und ästhetische Bildung sind über das Medium des Textes miteinander verbun­den. Sprachliche Bildung hat das Ziel, die Ausdrucksfähigkeit der Lernenden im mündlichen und schriftlichen Bereich zu entwickeln, sodass sie Texte unterschiedlicher Art verstehen, gestalten und vermitteln können. Ästhetische Bildung hat zum Ziel, die Fähigkeit der Lernen­den zu entwickeln, Texte, besonders solche mit literarischem Anspruch, als gestaltete Ge­genstände in ihrer Besonderheit wahrzunehmen und zu beurteilen.

Die fachbezogene Kompetenz umfasst zum einen ein vernetztes Sachwissen über Sprache und Kommunikation, Literatur und ihre Geschichte sowie über Medienprodukte unter Berücksich­tigung von Kriterien zur Auswahl aktueller Sprachdokumente. Zum anderen schließt sie An­wendungswissen über ein vielfältig einsetzbares Repertoire an wissenschaftsorientierten Verfahren, fachbezogenen Arbeitstechniken sowie Methoden und kreative Lösungswege ein. Die Freude am Lesen kann die Grundlage für eine lebensbegleitende Beschäftigung mit Lite­ratur und Sprache werden. Die für den Deutschunterricht spezifische fachbezogene Kompe­tenz gliedert sich in vier Kompetenzbereiche. Sie sind als Teile eines Ganzen zu denken und stehen mit ihren jeweiligen Komponenten in enger Wechselbeziehung zueinander.

Im Zentrum des Faches Deutsch steht die Arbeit mit dem Text. Er ist als gestalteter Gegen­stand zu verstehen und zu erschließen. Dabei ist er als Mittel individueller und künstlerischer Äußerung und als Mittel der Kommunikation zu untersuchen.

Für die Arbeit mit Texten lassen sich vier Kompetenzbereiche umreißen, die als Einheit zu denken sind:

1    Lesen, Erschließen und Bewerten literarischer und pragmatischer Texte 

Die Kompetenzentwicklung in diesem Bereich umfasst die Fähigkeit und Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler, über Lesen, Hören, An- und Zuschauen die Vielfalt von Texten wahrzunehmen, Textsorten in ihren Varianten und Gestaltungsmöglichkeiten zu erkennen und ihre Strukturmerkmale in deren Funktion zu analysieren. Sie erschließen die Entste­hensbedingungen und medienspezifischen Vermittlungsbedingungen von  Texten, erfassen die Wirkungsabsichten des Autors und durchschauen die – ggf. unbeabsichtigte – Wirkung von Texten. Die Schülerinnen und Schüler bauen bewusst eine kritische Distanz zum Text auf, setzen sich wertend zu ihm in Beziehung, reflektieren die Subjektivität der eigenen Textwahrnehmung und vergleichen diese mit der anderer Leser, Zuhörer und Zuschauer.

Die Schülerinnen und Schüler kennen unterschiedliche Methoden und Verfahren der Texter­schließung, wenden sie zunehmend selbstständig an und beherrschen sie sicher. Das vertie­fende Verstehen von Texten erkennen sie als kommunikative, reflexive sowie konstruktive – und in dieser Komplexität befriedigende – geistige Tätigkeit. Sie ordnen Texte und deren Deutungen in historische, gesellschaftliche, politische, religiöse, kultur-, kunst-, literatur- so­wie motivgeschichtliche Zusammenhänge ein, beschreiben und begründen subjektive Sichtweisen. Sie gewinnen grundlegende Einsichten in Probleme der Übertragung fremdsprachli­cher Texte.

2    Schreiben, Gestalten und Präsentieren von Texten 

Die Kompetenzentwicklung in diesem Bereich zielt auf die Fähigkeit und Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler, eigene Texte aufgabengerecht und adressatengerichtet schriftlich zu verfassen und Textvorlagen zu gestalten. Dabei verfügen sie sicher und flexibel über ver­schiedene textsortenspezifische Schreibformen.

Sie unterscheiden Formen und Normen des mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauchs und entwickeln Sensibilität im Umgang mit der Sprache. Sie beherrschen neben analytisch­diskursiven und kreativen Schreibformen vielfältige Textarten wie z. B. Essay, Abstrakt, Re­zension, Reportage.

Die Schülerinnen und Schüler können auf der Grundlage fundierter Regelkenntnisse unter­schiedliche Schreibsituationen normgerecht sowie sprachlich angemessen bewältigen und entwickeln dabei zunehmend einen persönlichen Stil. Sie gestalten schrittweise den eigenen Schreibprozess und reflektieren ihn.

Die Schülerinnen und Schüler können historische, gesellschaftliche, kultur-, kunst- und litera­turwissenschaftliche Themen sprachlich zusammenhängend entfalten. Literarische Texte gestalten sie um oder schreiben sie selbstständig oder nach Vorgaben weiter.

Sie kennen die Funktion und den Aufbau ausgewählter Präsentationsformen schriftlicher Texte, z. B. Exposé, Thesenpapier, Schaubild/Wandzeitung/Plakat, und wenden diese auf­gabengerecht und adressatenorientiert an.

3    Sprechen, Präsentieren und Zuhören

Die Kompetenzentwicklung in diesem Bereich zielt auf die Fähigkeit und Bereitschaft der Schülerinnen und Schüler, unterschiedliche Situationen mündlicher Kommunikation sicher und selbstständig zu bewältigen. In Vorträgen und Redebeiträgen stellen sie Sachverhalte, Zusammenhänge und Lösungsansätze aufgabengerecht und adressatenorientiert dar und nutzen dabei sachgerecht verschiedene Möglichkeiten der Präsentation. Sie beteiligen sich aktiv und situationsangemessen an Debatten, Diskussionen sowie Gesprächen und können diese ggf. moderieren.

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln das Interesse und die Fähigkeit, künstlerische Tex­te als individuelle Interpretationsangebote wirkungsvoll vorzutragen und in vielfältiger Art zu präsentieren, sie über das bewusste Hören aufzunehmen, auf sich wirken zu lassen und in ihrem Angebotscharakter zu diskutieren.

Sie kennen verschiedene Formen der mündlichen Darstellung und deren jeweilige kommuni­kative Funktion. Eigene Reden können sie gegenstands- und hörergerecht strukturieren, unter Nutzung rhetorischer Möglichkeiten sicher und flexibel gestalten und in ihrer Wirkung beurteilen. Sie können in unterschiedlichen Sprechsituationen situationsangemessen, norm­gerecht, stilistisch gewandt und originell reagieren.

4    Reflektieren über Sprache und Sprachgebrauch – Sprachbewusstsein und sprachliche Fähigkeiten entwickeln 

Die Kompetenzentwicklung in diesem Bereich zielt auf die Entwicklung von Sprachbewusst­sein sowie auf die Kenntnis von sprachlichen Normen und Regeln und deren Akzeptanz als eine fundamentale Voraussetzung für die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an der mündlichen und schriftlichen Kommunikation.

Die Schülerinnen und Schüler reflektieren unter Berücksichtigung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bedeutung der Sprache für die menschliche Kognition. Sie beziehen die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen Sprache und Wirklichkeit in ihr Verständnis von Sprache und Sprachgebrauch ein. Sie reflektieren die Gestaltung und Formung der mensch­lichen Welt durch Sprache und untersuchen besonders die durch mediale Sprache vermittel­ten Weltsichten.

Die Schülerinnen und Schüler verstehen die Sprache als ein System von Regeln und histo­risch gewachsenen Konventionen und nutzen sie normgerecht. Dabei sind sie sich ihrer Ab­hängigkeit von kulturell tradierten Denk- und Sprachmustern und ihrer sozialen und kulturel­len Einbindung in eine Sprachgemeinschaft bewusst. Sie kennen ausgewählte Entwick­lungsaspekte der deutschen Sprache und reflektieren deren Funktion und Bedeutung im Sprachgebrauch.

Ihr Wissen um den normgerechten Gebrauch der Sprache einerseits sowie um die Existenz vielfältig variierender Formen in schriftlicher und mündlicher Kommunikation andererseits wenden die Schülerinnen und Schüler an, um sich in der Gesellschaft sprachlich elaboriert und kommunikativ angemessen zu verhalten.

Für einen erfolgreichen Kompetenzerwerb sollten die Schülerinnen und Schüler zu Beginn der Qualifikationsphase bestimmte fachliche Anforderungen bewältigen. Diese sind in den Eingangsvoraussetzungen dargestellt. Den Schülerinnen und Schülern ermöglichen sie, sich ihres Leistungsstandes zu vergewissern. Lehrkräfte nutzen sie für differenzierte Lernarran­gements sowie zur individuellen Lernberatung.

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Themenfelder

Lesen, Erschließen und Bewerten literarischer und pragmatischer Texte 

Die Schülerinnen und Schüler

  • beherrschen verschiedene Lesetechniken und wenden Strategien zum Leseverstehen zielgerichtet und selbstständig an,
  • erkennen und analysieren literarische und pragmatische Texte in ihrer Textsortenspezi­fik,
  • erkennen ausgewählte Gestaltungsmittel in ihren Wirkungszusammenhängen,
  • entwickeln und belegen eigene Deutungen zum Text und verständigen sich mit anderen darüber,
  • setzen sich zum Angebot des Autors (z. B. Weltsichten; Handlungen und Verhaltenswei­sen literarischer Figuren) in Beziehung und entwickeln Positionen zu Angeboten literari­scher und pragmatischer Texte,
  • erkennen und bewerten medienspezifische Formen in ihrer Intention und Wirkung,
  • wenden analytische, erörternde und produktive Methoden der Texterschließung an.

Schreiben, Gestalten und Präsentieren von Texten 

Die Schülerinnen und Schüler

  • beherrschen sicher die Grundregeln der Rechtschreibung und Zeichensetzung und ken­nen individuelle Fehlerschwerpunkte,
  • planen zielgerichtet und adressatenbezogen eigene Schreibprozesse und nutzen unter­schiedliche Materialien der Informationsbeschaffung,
  • strukturieren und verfassen eigene Texte aufgaben- und adressatengerecht, argumentie­ren logisch und setzen sprachliche Gestaltungsmittel bewusst ein,
  • strukturieren und verfassen Texte als Ergebnis verschiedener Methoden der Texter­schließung, gestalten Textvorlagen produktiv,
  • beherrschen ausgewählte Methoden zur Präsentation linearer und nicht linearer Texte,
  • beherrschen Formen prozessorientierter Leistungsdokumentation (z. B. Portfolio, Arbeitsjournal),
  • sind vertraut mit der Erstellung einer Facharbeit,
  • überarbeiten eigene Texte eigenverantwortlich und prüfen deren orthografische und grammatische Richtigkeit, kennen die Arbeitsform der Schreibwerkstatt.

Sprechen, Präsentieren und Zuhören

Die Schülerinnen und Schüler

  • unterscheiden verschiedene Formen der mündlichen Darstellung,
  • tragen literarische Textvorlagen und eigene Texte hörerwirksam vor, lesen und gestalten szenisch,
  • beherrschen verschiedene Rede- und Vortragsformen, bereiten sie sachgerecht vor und nutzen adressatengerecht unterschiedliche Präsentationsformen,
  • leiten, moderieren, beobachten und reflektieren Gespräche und Diskussionen,
  • beteiligen sich konstruktiv an Gesprächen, vertreten eigene Meinungen begründet und nachvollziehbar, halten Gesprächsregeln ein, beobachten und bewerten eigenes und fremdes Gesprächsverhalten,
  • folgen Vorträgen und Gesprächsbeiträgen aufmerksam, entnehmen ihnen wesentliche Informationen und geben diese wieder.

Reflektieren über Sprache und Sprachgebrauch – Sprachbewusstsein und sprachliche Fähigkeiten entwickeln 

Die Schülerinnen und Schüler

  • beobachten und reflektieren eigenes und fremdes Sprachhandeln und beachten Grundfaktoren sprachlicher Kommunikation, kennen ausgewählte Sprachvarietäten, unterscheiden und beachten
  • verschiedene Sprechweisen und wenden Standard- sowie Umgangssprache situationsgerecht an,
  • beobachten, erkennen und bewerten ausgewählte Erscheinungsformen des Sprachwan­dels (z. B. Bedeutungswandel, fremdsprachliche Einflüsse),
  • beherrschen syntaktische und semantische Mittel der Textgestaltung,
  • kennen Wortarten, Satzstrukturen sowie grammatische und orthografische Kategorien und gehen selbstständig und sicher mit ihnen um.

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Kurshalbjahre

1.    Kurshalbjahr

Leben und Schreiben in Umbrüchen

Zwei der folgenden drei Unterthemen sind verbindlich:

  • Die Zeit des Nationalsozialismus in Literatur und Sprache
  • Literatur nach 1945 – Literatur der DDR und BRD
  • Literatur nach 1989

Deutschsprachige Autoren im Kontakt mit anderen Kulturen

Eines der folgenden Unterthemen ist verbindlich:

  • Varianten der Exilliteratur
  • Migration als Thema und Kontext von Literatur

Sprachnormen und Sprachveränderung

Eines der folgenden Unterthemen ist verbindlich:

  • Sprache und Politik
  • Varietäten der deutschen Sprache

2.    Kurshalbjahr

Aufklärung in Gesellschaft und Literatur

Zwei der folgenden Unterthemen sind verbindlich:

  • Aufklärung und Aufklärungskritik
  • Literatur und Sprache der Empfindsamkeit und des Sturm und Drang
  • Entwicklung des Dramas und des Theaters

Deutschsprachige Literatur in Wechselwirkung mit anderen europäischen Literaturen

Eines der folgenden Unterthemen ist verbindlich:

  • Europäische Renaissance- und Barocklyrik
  • Ausgewählte Literatur des Mittelalters
  • Autoren und Themen der englischen bzw. französischen Literatur und Philosophie des17./18. Jahrhunderts in der deutschen Rezeption

Sprachgeschichte und Sprachentwicklung

Eines der zwei Unterthemen ist verbindlich:

  • Entwicklungsaspekte der Semantik
  • Herausbildung der deutschen Hochsprache

3.    Kurshalbjahr

Epoche und Epochenbegriff als Konstruktionen

Zwei der folgenden Unterthemen sind verbindlich:

  • Der Epochenumbruch 18./19. Jahrhundert
  • Literarische Strömungen des Realismus
  • Epochenbegriff und Stilpluralismus

Literatur im Kontext anderer Künste und Medien

Eines der zwei Unterthemen ist verbindlich:

  • Wechselwirkungen zwischen Bildender Kunst, Musik und Literatur am Beispiel der Romantik
  • Literarisches und filmisches Erzählen im Vergleich

Sprachtheorie und Sprachphilosophie

  • Sprache und Wirklichkeit (verbindlich)

4.    Kurshalbjahr

Literatur und Literaturbetrieb

Eines der zwei Unterthemen ist verbindlich:

  • Literatur im Medienkontext
  • Kommerzialisierung und Literatur

Textproduktion und Textrezeption unter dem Einfluss verschiedener Medien

Eines der zwei Unterthemen ist verbindlich:

  • Interkulturelle Beziehungen in Film und Fernsehen
  • Einflüsse verschiedener Medien auf Textinhalte und Textgestaltung

Mediensprache

  • Fremdsprachliche Einflüsse auf die Entwicklung der deutschen Sprache (verbindlich)

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Englisch

Kompetenzerwerb

Das Ziel des Englischunterrichts in der Qualifikationsphase ist es, die Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen vorzubereiten, die eine globalisierte Lebens- und Arbeitswelt und zunehmend international ausgerichtete universitäre Studiengänge an sie stellen werden. An dieser Zielsetzung orientiert sich bereits der Unterricht in der Einführungsphase, der die Schülerinnen und Schüler auf die an sie gestellten Anforderungen so vorbereitet, dass sie am Ende der Einführungsphase eine ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechende Kurswahl treffen können.

Der Prozess der europäischen Einigung im Kontext von internationaler Kooperation und globalem Wettbewerb sowie die Zuwanderung von Menschen aus anderen Sprach- und Kulturkreisen bringen neue Herausforderungen auf sozialem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet mit sich. Die Entwicklung interkultureller Handlungsfähigkeit ist daher eine übergreifende Aufgabe von Schule. Die Beherrschung von Fremdsprachen ist eine entscheidende Voraussetzung für das Verstehen und die Verständigung unter den Bürgern Europas und für berufliche Mobilität.

Fachprofil

Im Englischunterricht der Qualifikationsphase erweitern und vertiefen die Schülerinnen und Schüler ihre interkulturelle, kommunikative und methodische Kompetenz.

Es gelingt ihnen zunehmend, in mehrsprachigen Situationen selbstsicher, selbstbewusst und fachkompetent zu handeln. Sie nutzen ihr Wissen über die kulturellen und sprachlichen Besonderheiten der anglophonen Welt und deren spezielle Ausprägung in Kunst, Literatur, Film, Theater und anderen Medien. Einblicke in die soziale, historische und kulturelle Realität Großbritanniens, der Vereinigten Staaten von Amerika sowie anderer Länder, in denen Englisch Erst-, Amts- oder Zweitsprache ist, bieten den Lernenden Anlässe, gesellschaftliche Herausforderungen aus historischen, gegenwärtigen und zukünftigen Perspektiven zu beleuchten.

Der Unterricht der Qualifikationsphase trägt zudem der Tatsache Rechnung, dass die englische Sprache zunehmend an Bedeutung als Weltverkehrssprache gewinnt.

Dies bedeutet, dass Kommunikationssituationen mit anderen Nicht-Muttersprachlern mit den ihnen eigenen soziokulturellen Anforderungen Berücksichtigung finden.

Sachbezogene Kompetenzen

Sprachenlernen geschieht vor allem durch sinnvolles, intentionsgesteuertes Sprachhandeln und ist multidimensional. In seiner affektiven, kognitiven und sozial-interaktiven Dimension trägt es in der Qualifikationsphase wesentlich zum Erwerb und zur Sicherung einer fremdsprachigen Handlungsfähigkeit bei, ist persönlichkeitsbildend und leistet damit einen überfachlichen Beitrag zu Bildung und Erziehung.

Fremdsprachige Handlungsfähigkeit ist in der Qualifikationsphase Leitziel des Unterrichts in den modernen Fremdsprachen. Sie basiert auf einem Komplex von Kompetenzen, die in ihrem Zusammenwirken adressaten- und intentionsgerechtes Handeln und Vermitteln in kulturheterogenen Zusammenhängen ermöglichen. Das schließt die Sensibilisierung für fremde Wahrnehmungen und Perspektiven, die Bereitschaft und Fähigkeit zum Perspektivwechsel, zum Umgang mit kulturell sensiblen Themen und Situationen, Vorurteilen und Stereotypen ebenso wie die kritische Wahrnehmung der eigenen, kulturell geprägten Identität und gegebenenfalls die Relativierung des eigenen Standpunktes ein. Damit gewinnen die Lernenden einen Zuwachs an Erfahrungen, der wesentlich zur Stärkung ihrer Persönlichkeit beiträgt.

Der Fremdsprachenunterricht trägt zu dieser Multiperspektivität vor allem durch Orientierungswissen über fremde Kulturen zu exemplarischen Themen und Inhalten sowie die Entwicklung einer interkulturell sensiblen, von Offenheit, Toleranz und Akzeptanz geprägten Kommunikationsfähigkeit bei. Fremdsprachige Handlungsfähigkeit entwickelt sich im Zusammenspiel von kommunikativer, methodischer und interkultureller Kompetenz.

Kommunikative Kompetenz umfasst (in Anlehnung an die Begrifflichkeit des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen – GER, Europarat, Straßburg 2001) die Beherrschung kommunikativer Aktivitäten und Strategien in den Bereichen

  • Rezeption (Hören, Hören und Sehen, Lesen),
  • Produktion (Sprechen, Schreiben),
  • Sprachmittlung.

Im Rahmen der Weiterentwicklung der Kommunikationsfähigkeit und -bereitschaft kommen der mündlichen Sprachproduktion und der mündlichen Rezeption im Fremdsprachenunterricht in der Qualifikationsphase besondere Bedeutung zu. Aus einem vertieften Verständnis von Sprachreflexion erwächst Sprachbewusstheit, die für die besonderen Strukturen und Ausdrucksmöglichkeiten der Ziel- und Muttersprache sensibilisiert und ein individuelles Repertoire für den effizienten Spracherwerb aufbauen hilft.

Methodische Kompetenz erweitern die Lernenden in der Qualifikationsphase vor allem im Hinblick auf

  • Lern- und Arbeitstechniken,
  • den Umgang mit Texten und Medien,
  • Präsentation.

Interkulturelle Kompetenz entwickeln die Lernenden über den Erwerb und die Vertiefung von

  • soziokulturellem Orientierungswissen über anglophone Länder,
  • Fähigkeiten und Fertigkeiten für die Bewältigung interkultureller Situationen.

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Themenfelder

Die Themenfelder weisen Gegenwartsbezug und historische Perspektive auf und sind geeignet, das Problembewusstsein der Schülerinnen und Schüler zu erweitern. Ihre Einordnung in den nationalen, europäischen und globalen Kontext ermöglicht den Zugang zu unterschiedlichen kulturspezifischen Sichtweisen und die Berücksichtigung der in den anderen Aufgabenfeldern erworbenen Wissens- und Erfahrungsbestände. Sie bieten Anknüpfungspunkte für authentische und kommunikative Situationen, die motivierend und lebensweltorientiert sind und im Leistungskursfach die Erweiterung hin zur Wissenschaftspropädeutik erlauben.

Die Themenfelder sind verbindlich. Eine Vernetzung der verschiedenen Inhalte aus den unterschiedlichen Themenfeldern ist prinzipiell möglich. Bei der Behandlung der jeweiligen Inhalte ist die sich bietende Medien- und Textsortenvielfalt auszuschöpfen..

Der Unterricht in der neu einsetzenden Fremdsprache orientiert sich an der Systematik eines Lehrwerks mit möglichst steiler Progression. Der reine Spracherwerb steht dabei zunächst im Mittelpunkt. Erreicht werden soll eine grundlegende kommunikative Kompetenz in Alltagssituationen sowie die Fähigkeit, einfache (auch literarische) Texte und audiovisuelle Medien zu verstehen und mit diesen in einfacher Form produktiv-kreativ umzugehen.

Eine Ergänzung der Lehrbucharbeit durch zusätzliche authentische bzw. (leicht) adaptierte Materialien ist von Anfang an anzustreben. Neben der Behandlung allgemeiner Themen, die Alltagssituationen und die Lebenswelt Jugendlicher betreffen (Musik, Hobbys etc.), sind auch andere der im Weiteren genannten möglichen Inhalte der Einführungsphase in reduzierter Form zu behandeln, sodass eine erste exemplarische Heranführung an geografische, soziale und politische Gegebenheiten Spaniens und Lateinamerikas auf einfachem Niveau gewährleistet ist.

Themenfeld 1:  Individuum und Gesellschaft

Mögliche Inhalte

  • Personal relations in their social context Zwischenmenschliche Beziehungen
  • Aims and ambitions Lebensentwürfe
  • Changing roles of men and women Rollenerwartungen an Frauen und Männer
  • Public and private morality Gesellschaftliche und individuelle Moralvorstellungen

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Die Schülerinnen und Schüler

  • betrachten Beweggründe für menschliches Handeln und deren Wirkung in persönlicher und gesellschaftlicher Dimension,
  • untersuchen die speziellen Lebensumstände von Menschen in anglophonen Gesellschaften und deren möglichen Einfluss auf den weiteren Lebensweg,
  • analysieren und problematisieren Persönlichkeitsentwürfe in literarischen und anderen Texten sowie in den Medien und untersuchen dabei individuelle Grenzerfahrungen, ethische Herausforderungen, aber auch den Einfluss der Beziehungen zwischen den Geschlechtern, zwischen den Generationen, zwischen der Gesellschaft und dem Einzelnen, zwischen beruflichen Anforderungen und individuellen Träumen oder zwischen Wirklichkeit und Phantasie,
  • finden gemeinsam Lösungsansätze für Rollenkonflikte und formulieren dabei Alternativen.

Themenfeld 2:  Nationale und kulturelle Identität

Mögliche  Inhalte

  • Overcoming prejudices in society , Abbau von Vorurteilen in der Gesellschaft
  • Ethnic diversity , Leben in der multikulturellen Gesellschaft
  • The arts, Nationale Identität in Literatur, Kunst, Musik und Film
  • Nations between tradition and change, Nationen zwischen Tradition und Innovation

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Die Schülerinnen und Schüler

  • nehmen positive Aspekte multikulturellen Zusammenlebens, anderer Traditionen, Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie Hintergründe für kulturell geprägte Verhaltensmuster und Konflikte wahr,
  • nehmen Perspektivwechsel vor, um Verhaltensmuster der fremden Kultur zu verstehen, gegebenenfalls eigene kulturelle Konzepte zu relativieren und zwischen der eigenen und der anderen Kultur vermitteln zu können,
  • untersuchen die Entwicklung unterschiedlicher ethnischer und anders definierter Gruppen im Wechselverhältnis von Anpassung, Integration und Eigenständigkeit,
  • analysieren die Lebensbedingungen unterschiedlicher Gruppen innerhalb der Gesellschaft unter dem Gesichtspunkt der Ausgrenzung und Einvernahme,
  • unterscheiden verschiedene Varianten des Englischen von Ausprägungen als ehemalige Kolonialsprache bis hin zur internationalen lingua franca in ihrer Wirkung auf die jeweilige cultural identity,
  • Kommunizieren projektbezogen Konzepte für ein friedliches Zusammenleben unter besonderer Beachtung des Adressatenbezuges und geeigneter Formen der Präsentation.

Themenfeld 3: Eine Welt – Globale Fragen

Mögliche Inhalte

  • The challenge of globalisation – Globalisierung und ihre Auswirkungen auf Mensch und Gesellschaft
  • Saving the planet – Die Verantwortung gegenüber der Umwelt
  • Science and technology: Visions of the future – Wissenschaftlicher Fortschritt und Zukunftsentwürfe
  • Getting a fair deal – Fairness für das Individuum, Staaten und Volkswirtschaften

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Die Schülerinnen und Schüler

  • tragen Informationen zusammen über Entwicklungstendenzen in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Technik,
  • vertiefen und vernetzen ihr Wissen über Hintergründe und Zusammenhänge, gegenwärtige Strömungen und zukünftige Entwicklungen,
  • nehmen kritisch Stellung, schätzen Handlungsmöglichkeiten realistisch ein und begreifen Grenzen,
  • entwickeln und dokumentieren in Projekten gemeinsame Planungsschritte zur Umsetzung individueller und gesellschaftlich relevanter Vorhaben und präsentieren diese.

Themenfeld 4:  Herausforderungen der Gegenwart

Mögliche Inhalte

  • Current political and social issues – Aktuelle Fragen des politischen und sozialen Lebens
  • The world of work – Arbeit und Karriere
  • The impact of the media on society – Rolle und Wirkungsweise der Massenmedien
  • Urban, suburban and rural lifestyles – Lebensräume

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Die Schülerinnen und Schüler

  • recherchieren aktuelle Fragen der Gegenwart im Bereich des politischen und/oder sozialen Lebens in anglophonen Ländern, in deren Beziehungen zu anderen Ländern und beschäftigen sich insbesondere im Leistungskursfach auch mit historischen Ursachen,
  • vertiefen und vernetzen ihr Wissen über Hintergründe und Zusammenhänge,
  • diskutieren und nehmen kritisch Stellung zu Ereignissen und Entwicklungen, wobei sie die Bedingungen in ihrem eigenen Land vergleichend mitreflektieren,
  • schätzen Handlungsmöglichkeiten realistisch ein,
  • setzen sich kritisch mit der medialen Widerspiegelung der Realität und mit unterschiedlichen Informationsquellen auseinander.

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Kurshalbjahre

In der Qualifikationsphase werden pro Kurshalbjahr im Grundkursfach mindestens ein Unterthema und im Leistungskursfach mindestens zwei Unterthemen behandelt.

Jedes Kurshalbjahr ist auf den Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler und auf die Bewältigung der Anforderungen in den abschlussorientierten Standards auszurichten.

Die Kurshalbjahre des Grundkursfaches sind mit denen des Leistungskursfaches identisch.

1. Kurshalbjahr :  Individuum und Gesellschaft

  • Personal relations in their social context / Zwischenmenschliche Beziehungen
  • Aims and ambitions / Lebensentwürfe
  • Changing roles of men and women / Rollenerwartungen an Frauen und Männer
  • Public and private morality / Gesellschaftliche und individuelle Moralvorstellungen

2. Kurshalbjahr : Nationale und kulturelle Identität

  • Overcoming prejudices in society / Abbau von Vorurteilen in der Gesellschaft
  • Ethnic diversity / Leben in der multikulturellen Gesellschaft
  • The arts / Nationale Identität in Literatur, Kunst, Musik und Film
  • Nations between tradition and change / Nationen zwischen Tradition und Innovation

3. Kurshalbjahr:  Eine Welt – Globale Fragen

  • The challenge of globalisation / Globalisierung und ihre Auswirkungen auf Mensch und Gesellschaft
  • Saving the planet / Die Verantwortung gegenüber der Umwelt
  • Science and technology: Visions of the future / Wissenschaftlicher Fortschritt und Zukunftsentwürfe
  • Getting a fair deal / Fairness für das Individuum, Staaten und Volkswirtschaften

4. Kurshalbjahr : Herausforderungen der Gegenwart

  • Current political and social issues / Aktuelle Fragen des politischen und sozialen Lebens
  • The world of work / Arbeit und Karriere
  • The impact of the media on society / Rolle und Wirkungsweise der Massenmedien
  • Urban, suburban and rural lifestyles / Lebensräume

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Französisch

Kompetenzerwerb

Der Französischunterricht in der Qualifikationsphase bereitet  auf direkte Kontakte, seien sie privater oder später beruflicher Natur, vor. Dies ist für die Lernenden in Deutschland deshalb von konkretem Interesse, weil der Jugendaustausch mit Frankreich so intensiv ist wie mit keinem anderen Land. Grundsätzlich kommt Französisch als Sprache des Nachbarn Frankreich sowie als Mutter- bzw. Amtssprache in Belgien, Luxemburg und der Schweiz im Kontext eines zusammenwachsenden Europas ein besonderes Gewicht zu. Im Hinblick auf die berufliche Orientierung nach der Schulzeit ist die interkulturelle Kommunikationsfähigkeit in Bezug auf die französische Sprache ein erstrebenswertes Ziel, da Frankreich der wichtigste Handelspartner für Deutschland ist. Hinzu kommt, dass Französisch Amts- und Konferenzsprache in den europäischen Institutionen und zahlreichen internationalen Organisationen ist. Nicht zuletzt ermöglicht die französische Sprache den Zugang zu den außereuropäischen Kulturräumen der Frankofonie und eröffnet damit ein größeres individuelles Handlungsspektrum in der globalisierten Welt.

Der Umgang mit der französischen Sprache schärft außerdem in besonderer Weise das Bewusstsein für kulturelle und sprachliche Spezifika. Dies liegt zum einen in der – im Vergleich zur englischen Sprache – größeren Differenz zum Deutschen begründet. Zum anderen erfüllt Französisch in geringerem Maße als das Englische die Funktion der lingua franca, sein Gebrauch ist somit stärker an die französische Sprechergemeinschaft gebunden. In diesem Sinne leistet der Französischunterricht einen spezifischen Beitrag zum interkulturellen Lernen.

Fachbezogene Kompetenzen

Sprachenlernen geschieht vor allem durch sinnvolles, intentionsgesteuertes Sprach- handeln und ist multidimensional. In seiner affektiven, kognitiven und sozial-inter-aktiven Dimension trägt es in der Qualifikationsphase wesentlich zum Erwerb und zur Sicherung einer fremdsprachigen Handlungsfähigkeit bei, ist persönlichkeitsbildend und leistet damit einen überfachlichen Beitrag zu Bildung und Erziehung.

Fremdsprachige Handlungsfähigkeit ist in der Qualifikationsphase Leitziel des Unterrichts in den modernen Fremdsprachen. Sie basiert auf einem Komplex von Kompetenzen, die in ihrem Zusammenwirken adressaten- und intentionsgerechtes Handeln und Vermitteln in kulturheterogenen Zusammenhängen ermöglichen.

Das schließt die Sensibilisierung für fremde Wahrnehmungen und Perspektiven, die  Bereitschaft und Fähigkeit zum Perspektivwechsel, zum Umgang mit kulturell sensiblen Themen und Situationen, Vorurteilen und Stereotypen ebenso wie die kritische Wahrnehmung der eigenen, kulturell geprägten Identität und gegebenenfalls die Relativierung des eigenen Standpunktes ein. Damit gewinnen die Lernenden einen Zuwachs  an Erfahrungen, der wesentlich zur Stärkung ihrer Persönlichkeit beiträgt.Der Fremdsprachenunterricht trägt zu dieser Multiperspektivität vor allem durch Orientierungswissen über fremde Kulturen zu exemplarischen Themen und Inhalten sowie die Entwicklung einer interkulturell sensiblen, von Offenheit, Toleranz und Akzeptanz geprägten Kommunikationsfähigkeit bei. Fremdsprachige Handlungsfähigkeit entwickelt sich im Zusammenspiel von kommunikativer, methodischer und interkultureller Kompetenz.

In der Qualifikationsphase erwerben die Lernenden in Erweiterung der bereits erworbenen Kompetenzen und der Auseinandersetzung mit angemessenen kommunikationsrelevanten Inhalten differenzierte kommunikative Kompetenz, die alle fremdsprachigen Fähigkeiten und Fertigkeiten lebensweltlich bedeutsamer Ausdrucksformen umfasst. Sie erstreckt sich auf Verwendungssituationen im Alltag, in berufs- und wissenschaftsorientierter sowie literarisch-ästhetisch orientierter Kommunikation.

Kommunikative Kompetenz umfasst (in Anlehnung an die Begrifflichkeit des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen- GER, Europarat, Straßburg 2001) die Beherrschung kommunikativer Aktivitäten und Strategien in den Bereichen

  • Rezeption (Hören, Hören und Sehen, Lesen),
  • Produktion (Sprechen, Schreiben),
  • Sprachmittlung.

Im Rahmen der Weiterentwicklung der Kommunikationsfähigkeit und -bereitschaft kommen der mündlichen Sprachproduktion und der mündlichen Rezeption im Fremdsprachenunterricht in der Qualifikationsphase besondere Bedeutung zu. Aus einem vertieften Verständnis von Sprachreflexion erwächst Sprachbewusstheit, die für die besonderen Strukturen und Ausdrucksmöglichkeiten der Ziel- und Muttersprache sensibilisiert und ein individuelles Repertoire für den effizienten Spracherwerb aufbauen hilft.

Methodische Kompetenz erweitern die Lernenden in der Qualifikationsphase vor allem im Hinblick auf

  • Lern- und Arbeitstechniken,
  • den Umgang mit Texten und Medien,
  • Präsentation.

Interkulturelle Kompetenz entwickeln die Lernenden über den Erwerb und die Vertiefung von

  • soziokulturellem Orientierungswissen über frankofone Länder,
  • Fähigkeiten und Fertigkeiten für die Bewältigung interkultureller Situationen.

Die Förderung der verschiedenen Kompetenzen geschieht durch authentisches, auf die Persönlichkeit der Lernenden bezogenes und komplexes Sprachhandeln, auch wenn dies in der schulischen Situation meist nur simuliert werden kann. Authentisches Sprachhandeln ist auf entsprechende Inhalte angewiesen. Von besonderer Bedeutung sind

  • die lebenspraktische Relevanz der Inhalte und Methoden für die Lernenden,
  • die Authentizität der eingesetzten Medien, Texte und Handlungsanlässe
  • die für den Zielsprachenraum relevanten kulturellen Bezüge sowie
  • das in inhaltlicher und methodischer Hinsicht weiterentwickelte Anspruchsniveau.

Lernen ist ein aktiver, konstruktiver und selbstbestimmter Prozess. Er erfordert von allen daran Beteiligten verantwortliche Zusammenarbeit bei der Bewältigung komplexer Aufgabenstellungen. In der Qualifikationsphase erweitern und festigen die Lernenden insbesondere Strategien für selbst organisiertes und selbst verantwortetes Lernen. Sie gewinnen eine größere Selbstständigkeit in der differenzierten Selbsteinschätzung und der gezielten Auswahl und Reflexion eigener Lernwege und  -strategien. Die Befähigung zur Selbsteinschätzung und Selbststeuerung braucht dabei die Transparenz der Orientierungs- und Beurteilungskriterien.

Sprachlernstrategien gezielt auswählen und anwenden zu können, ist entscheidend für den Erfolg sprachlich-kommunikativen Handelns und bildet die Grundlage der Mehrsprachigkeit.  Sprachlernstrategien ermöglichen den Lernenden den Ausbau ihrer eigenen mutter- und fremdsprachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten und fördern unter Nutzung von Synergieeffekten den Erwerb weiterer Fremdsprachen über die Schulzeit hinaus.

Im Fremdsprachenunterricht der Qualifikationsphase erwerben die Lernenden mit den fachspezifisch strukturierten Kenntnissen und Fertigkeiten wissenschafts-propädeutische Arbeitsweisen für das anschließende Studium bzw. die Berufstätigkeit. Das betrifft vor allem den Umgang mit fremdsprachigen Texten und die Verwendung der Fremdsprache als Arbeitsmittel in zukünftiger berufs- und wissenschaftsorientierter Kommunikation sowie das mehrsprachige Agieren in interkulturellen Kontexten. Im Hinblick auf die Studier- und Berufsfähigkeit kommt dabei der Entwicklung von Präsentationskompetenz in der Fremdsprache besondere Bedeutung zu.

Für einen erfolgreichen Kompetenzerwerb sollten die Schülerinnen und Schüler zu Beginn der Qualifikationsphase bestimmte fachliche Anforderungen bewältigen.

Kommunikative Kompetenz

Rezeption (Hören, Hören und Sehen, Lesen)

Die Schülerinnen und Schüler

  • verstehen Hauptaussagen und gezielt Einzelinformationen aus Hör- bzw. Hör-Sehtexten und Gesprächen zu alltags-, gesellschaftsbezogenen wie auch persönlichen Themen, wenn in Standardsprache gesprochen wird,
  • verstehen authentische Texte unterschiedlicher Textsorten zu weitgehend vertrauten Themen in ihren Hauptaussagen und entnehmen gezielt Einzelinformationen.

Produktion (Sprechen und Schreiben)

Die Schülerinnen und Schüler

  • beteiligen sich an persönlichen und formellen Gesprächen, tauschen dabei Informationen aus und nehmen persönlich Stellung; sie sprechen sach-, situations- und adressatengerecht und halten auch bei sprachlichen Schwierigkeiten Gespräche aufrecht, wenn ihnen die Gesprächsthemen weitgehend vertraut sind,
  • verfassen in einem Spektrum von vorbereiteten Themen und Textsorten adressatengerecht zusammenhängende Texte, in denen sie satzverknüpfende Mittel verwenden.

Sprachmittlung

Die Schülerinnen und Schüler übertragen sinngemäß mündlich bzw. schriftlich zusammenhängende Äußerungen zu ihnen bekannten Themenbereichen von der Fremdsprache ins Deutsche und umgekehrt.

Methodische Kompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • beherrschen grundlegende Strategien und Techniken für das selbstständige Lernen und Arbeiten, verschiedene Texterschließungsverfahren und einfache Präsentationsformen,
  • arbeiten effektiv in verschiedenen Sozialformen.

Interkulturelle Kompetenz

Die Schülerinnen und Schüler kennen grundsätzliche Gegebenheiten der Zielsprachenländer und reflektieren diese vor dem Hintergrund der eigenen Lebensumstände.

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Themenfelder

Die Themenfelder weisen Gegenwartsbezug und historische Perspektive auf und

sind geeignet, das Problembewusstsein der Schülerinnen und Schüler zu erweitern. Ihre Einordnung in den nationalen, europäischen und globalen Kontext ermöglicht den Zugang  zu unterschiedlichen kulturspezifischen Sichtweisen und die Berücksichtigung der in den anderen Aufgabenfeldern erworbenen Wissens- und Erfahrungsbestände. Sie bieten Anknüpfungspunkte für authentische und kommunikative Situationen, die motivierend und lebens welt orientiert sind und im Leistungskursfach die Erweiterung hin zur Wissenschaftspropädeutik erlauben.

Die Themenfelder sind verbindlich. Eine Vernetzung der verschiedenen Inhalte aus den unterschiedlichen Themenfeldern ist prinzipiell möglich. Bei der Behandlung der jeweiligen Inhalte ist die sich bietende Medien- und Textsortenvielfalt auszuschöpfen.

Themenfeld 1: Individuum und Gesellschaft

Mögliche Inhalte

  • Parcours de vie dans des pays francophones – Lebensläufe in frankofonen Ländern
  • Histoires d’amour – Liebesgeschichten
  • Vivre pour une idée – Für eine Idee leben
  • Vivre en marge de la société – Leben am Rand der Gesellschaft
  • Des tournants dans la vie – Wendepunkte im Leben

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Die Schülerinnen und Schüler vergleichen die fremden Lebenswelten mit ihrer eigenen. Sie begreifen zunehmend, dass das Denken, Fühlen und Handeln anderer nur auf der Grundlage der jeweiligen lebensweltlichen Rahmenbedingungen zu verstehen sind, und sie können Unterschiede begründen. Sie erproben die Vermittlung, gleichfalls die sprachliche Vermittlung, zwischen den unterschiedlichen Sichtweisen.

Die Schülerinnen und Schüler arbeiten unterschiedliche Gefühle und Sichtweisen in der zwischenmenschlichen Kommunikation aus fiktionalen und non-fiktionalen Texten heraus,   d. h. sie benennen, beschreiben, deuten, beurteilen sie und entwerfen Lösungswege.

Die Schülerinnen und Schüler diskutieren Fragen der Auseinandersetzung und des Engagements, der Selbstaufopferung und des Entwurfs neuer Perspektiven ebenso wie das Fehlen einer Auseinandersetzung oder Perspektive und zeigen dabei, dass sie sich um das Verstehen fremder Konzepte bzw. Lebenswege bemühen und zum Entwickeln eigener Positionen in der Lage sind.

In diesem Zusammenhang kann auch die Beschäftigung mit dem Ausgegrenztsein von Individuen bzw. von bestimmten gesellschaftlichen Gruppen (z. B. les SDF, les sanspapiers etc.) gesehen werden. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten sich exemplarisch in die unterschiedlichen – auch historischen – Gründe dieses Phänomens ein.

Bei der Auseinandersetzung mit „Wendepunkten im Leben“ ergeben sich für die Schülerinnen und Schüler vielfältige Möglichkeiten der Textrezeption und der Textproduktion (kreatives Schreiben).

Themenfeld 2 : Nationale und kulturelle Identität

Mögliche Inhalte

  • La diversité régionale – Regionale Vielfalt
  • Immigration – Einwanderung
  • La vie dans une société multiculturelle – Leben in einer multikulturellen Gesellschaft
  • La France et l’Allemagne au cœur de l’Europe – Frankreich und Deutschland im Herzen Europas
  • Plurilinguisme et réalité linguistique en Europe – Mehrsprachigkeit und Sprachenvielfalt in Europa
  • La guerre, la résistance, la liberté – Krieg, Widerstand, Freiheit

Kompetenzerwerb im Themenfeld

In der Diskussion von aktuellen politischen Entwicklungen erwerben die Schülerinnen und Schüler Wissen über das Bemühen Frankreichs, den Zentralismus abzubauen. Wachsende gesellschaftliche Mobilität, das Zusammenrücken von Paris und der Province, auch durch moderne Verkehrsmittel, können Themen sein, anhand derer sie ihre Selbstwahrnehmung als Bewohner eines föderal geprägten Staates vertiefen und in Relation zu Frankreich setzen. Durch die Behandlung einer Region besitzen die Lernenden exemplarisch Kenntnisse zu folgenden Aspekten: Zusammenwachsen der Wirtschaftsräume, Wert und Zukunft der Arbeit, Befürchtungen und Visionen, Landflucht, Stadtflucht.

Die Schülerinnen und Schüler erwerben Kenntnisse über die Spezifität französischer gesellschaftlicher Bedingungen mit hohem Anteil maghrebinischer und afrikanischer Immigranten. Über den Vergleich unterschiedlicher Konzepte der Integration in Deutschland und Frankreich gelangen sie dabei zu einer vertieften Beurteilung der eigenen multikulturellen Realität und entwickeln eine eigenständige Position.

Ausgehend von der Formulierung und Diskussion ihrer persönlichen Wahrnehmungen, Einschätzungen und Erfahrungen begegnen die Schülerinnen und Schüler der historischen und aktuellen politischen Dimension der deutsch-französischen Beziehungen. Sie diskutieren und bewerten deren Einbindung in den Prozess des zusammenwachsenden Europas.

Ausgehend von ihrer eigenen Sprachenbiografie erwerben sie Kenntnisse über den Stellenwert der französischen und deutschen Sprache in Europa, innerhalb der europäischen Institutionen, in der internationalen Arbeitswelt, in mehrsprachigen Gesellschaften, in den Regionen.

Themenfeld 3:  Eine Welt – Globale Fragen

Mögliche Inhalte

  • L’environnement – Umwelt und Umfeld
  • Tourisme – Tourismus
  • Les conséquences de la mondialisation – Die Auswirkungen der Globalisierung auf den Einzelnen und die Gesellschaft
  • La francophonie – Die Frankofonie
  • Visions d’avenir – Zukunftsvisionen

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Die Schülerinnen und Schüler können die Bedeutung des Lebensraumes und des Lebensumfeldes als persönlichkeitsprägendes Moment erkennen und beurteilen. Ausgehend von dem Erwerb von Kenntnissen über konkrete Lebensbedingungen in französischen Städten, Vorstädten, auf dem Land und in verschiedenen Regionen können sie ihre eigene Situation dazu in Beziehung setzen.

In diesem Zusammenhang könnte der Schwerpunkt auf den Chancen und Risiken liegen, die aus dem Tourismus einer Region resultieren. Der Ökotourismus, die mobile Gesellschaft und die Auswirkungen auf den Verkehr und Transport könnten Untersuchungsgegenstand sein.

Die Schülerinnen und Schüler erwerben Kenntnisse, die sie befähigen, die mit der Globalisierung einhergehenden Aspekte wie die kulturelle Nivellierung oder die internationale Arbeitsteilung und deren Auswirkungen auf die sprachliche Verständigung zu benennen, den möglichen Einfluss auf ihr eigenes Leben zu bewerten und diese Entwicklungen insgesamt zu hinterfragen. Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der öffentlichen und politischen Bewertung der Globalisierung in Deutschland und Frankreich stehen dabei im Mittelpunkt.

In der Bewusstwerdung ihrer eigenen Haltung auch zu ferneren frankofonen Ländern erwerben die Lernenden Kenntnisse über die Verbreitung der französischen Sprache, Kultur und Lebensart über alle Kontinente. Sie diskutieren die Gründe und Perspektiven für das Bemühen um ein Zusammenleben verschiedener Staaten sehr unterschiedlicher Prägung innerhalb der Frankofonie und hinterfragen sie. Die Funktion und Bedeutung, die ein Land seiner Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Frankofonie zuschreibt, werden an einem ausgewählten Beispiel verdeutlicht. Schließlich betrachten die Schülerinnen und Schüler das Verhältnis zwischen frankofoner und anglofoner Welt.

Bei dem Blick in die Zukunft kann die Frage im Mittelpunkt stehen, in welche anderen Welten sich die Menschen vor dem Alltag flüchten bzw. welche Beschäftigungen, Interessen, Träume, Utopien etc. ihnen bei der Bewältigung des Alltags helfen.

Themenfeld 4: Herausforderungen der Gegenwart

Mögliche Inhalte

  • Le monde du travail – Die Arbeitswelt
  • Le monde des médias – Die Welt der Medien
  • Expériences limites – Grenzerfahrungen
  • Les religions en France – Die Bedeutung der Religionen in Frankreich
  • Aspects actuels de la vie politique et sociale – Aktuelle soziale und politische Fragen und Entwicklungen

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Bei der Betrachtung der Strukturen der Arbeitswelt (z. B. Tagesrhythmus, Wochenarbeitszeit, Unternehmenskultur etc.) oder der Welt der Medien (z. B. Rolle und Wirkungsweise der Medien in der französischen Öffentlichkeit) stehen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den jeweiligen französischen und deutschen Gegebenheiten am Ausgangspunkt. Die Lernenden diskutieren die möglichen Auswirkungen (z. B. in deutsch-französischen Kooperationen).

In der Beschäftigung mit unterschiedlichen Texten und Textsorten arbeiten die Schülerinnen und Schüler Grenzerfahrungen (z. B. psychischer, physischer, moralischer Art) heraus, benennen, begründen, kommentieren sie, setzen sie in Bezug zu sich selbst und bewerten sie persönlich. Dazu gehört u. a. auch, Einflüsse und Zwänge (z. B. historischer, gesellschaftlicher, erzieherischer Art), die auf das Leben realer oder fiktiver Personen einwirken, zu berücksichtigen.

Die Auseinandersetzung mit der Bedeutung der Religionen eröffnet den Schülerinnen und Schülern Zugang zu unterschiedlichen Konsequenzen der Trennung von Kirche und Staat für die französische Gesellschaft. Bei der Beschäftigung mit der Art und Weise, in der die französische Öffentlichkeit und die Politik in Fragen der Religionen reagieren, erlangen die Schülerinnen und Schüler einen eigenen Standpunkt, der die historische Dimension mit einbezieht.

Im Umgang mit den Medien informieren sich die Lernenden über aktuelle politische und soziale Fragen. In der Konfrontation mit diesen Entwicklungen schärfen sie ihren Blick und erhalten ein tieferes Verständnis.

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Kurshalbjahre

In der Qualifikationsphase werden pro Kurshalbjahr im Grundkursfach mindestens ein Unterthema und im Leistungskursfach mindestens zwei Unterthemen behandelt.

Jedes Kurshalbjahr ist auf den Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler und auf die Bewältigung der Anforderungen in den abschlussorientierten Standards auszurichten.

Die Kurshalbjahre des Grundkursfaches sind mit denen des Leistungskursfaches identisch.

1. Kurshalbjahr : Individuum und Gesellschaft
  • Parcours de vie dans des pays francophones / Lebensläufe in frankofonen Ländern
  • Histoires d’amour / Liebesgeschichten
  • Vivre pour une idée / Für eine Idee leben
  • Vivre en marge de la société / Leben am Rand der Gesellschaft
  • Des tournants dans la vie / Wendepunkte im Leben
2. Kurshalbjahr : Nationale und kulturelle Identität
  • La diversité régionale / Regionale Vielfalt
  • Immigration / Einwanderung
  • La vie dans une société multiculturelle / Leben in einer multikulturellen Gesellschaft
  • La France et l’Allemagne au cœur de l’Europe / Frankreich und Deutschland im Herzen Europas
  • Plurilinguisme et réalité linguistique en Europe / Mehrsprachigkeit und Sprachenvielfalt in Europa
  • La guerre, la résistance, la liberté / Krieg, Widerstand, Freiheit
3. Kurshalbjahr : Eine Welt – Globale Fragen
  • L’environnement / Umwelt und Umfeld
  • Tourisme / Tourismus
  • Les conséquences de la mondialisation / Die Auswirkungen der Globalisierung auf den Einzelnen und die Gesellschaft
  • La francophonie / Die Frankofonie
  • Visions d’avenir / Zukunftsvisionen
4. Kurshalbjahr :  Herausforderungen der Gegenwart
  • Le monde du travail / Die Arbeitswelt
  • Le monde des médias / Die Welt der Medien
  • Expériences limites / Grenzerfahrungen
  • Les religions en France / Die Bedeutung der Religionen in Frankreich
  • Aspects actuels de la vie politique et sociale / Aktuelle soziale und politische Fragen und Entwicklungen

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Spanisch

Kompetenzerwerb

Die Schülerinnen und Schüler erweitern im Spanischunterricht der Qualifikationsphase Kompetenzen, die sie im modernen Europa der offenen Grenzen sowie weltweit für Kontakte mit Hispanohablantes benötigen. Der Spanischunterricht ermöglicht ihnen, ihre fremdsprachlichen Fähigkeiten für Studium und Beruf so auszubauen, dass sie ihre Zukunftschancen in einer globalisierten Welt durch ein größeres individuelles Handlungsspektrum verbessern.  Übergeordnetes Ziel des Spanischunterrichts ist dabei neben der Vorbereitung auf authentische Sprachbegegnungen die Entwicklung fremdsprachiger Handlungsfähigkeit, d. h. die Schüler sollen in fremdsprachlichen Situationen verantwortungsbewusst, vorurteilsfrei und sachgerecht agieren können. Voraussetzung dafür ist der kenntnisreiche und reflektierte Umgang sowohl mit der fremden als auch mit der eigenen Kultur sowie die Fähigkeit zu selbstkritischer Auseinandersetzung.

Der Umgang mit der spanischen Sprache schärft dazu in besonderer Weise das Bewusstsein für kulturelle und sprachliche Spezifika. Die weltweite Verbreitung der spanischen Sprache ermöglicht dem Lernenden Zugang zu europäischen und außereuropäischen Kultur- und Sprachräumen. Der Spanischunterricht leistet somit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis fremder Kulturkreise und Ethnien. In diesem Sinne liefert er einen spezifischen Beitrag zum interkulturellen Lernen.

Fachbezogene Kompetenzen

Sprachenlernen geschieht vor allem durch sinnvolles, intentionsgesteuertes Sprachhandeln und ist multidimensional. In seiner affektiven, kognitiven und sozial-interaktiven Dimension trägt es in der Qualifikationsphase wesentlich zum Erwerb und zur Sicherung einer fremdsprachigen Handlungsfähigkeit bei, ist persönlichkeitsbildend und leistet damit einen überfachlichen Beitrag zu Bildung und Erziehung. Fremdsprachige Handlungsfähigkeit ist in der Qualifikationsphase Leitziel des Unterrichts in den modernen Fremdsprachen. Sie basiert auf einem Komplex von Kompetenzen, die in ihrem Zusammenwirken adressaten- und intentionsgerechtes Handeln und Vermitteln in kulturheterogenen Zusammenhängen ermöglichen.

Das schließt die Sensibilisierung für fremde Wahrnehmungen und Perspektiven, die Bereitschaft und Fähigkeit zum Perspektivwechsel, zum Umgang mit kulturell sensiblen Themen und Situationen, Vorurteilen und Stereotypen ebenso wie die kritische Wahrnehmung der eigenen, kulturell geprägten Identität und gegebenenfall die Relativierung des eigenen Standpunktes ein. Damit gewinnen die Lernenden einen Zuwachs an Erfahrungen, der wesentlich zur Stärkung ihrer Persönlichkeit beiträgt.

Der Fremdsprachenunterricht trägt zu dieser Multiperspektivität vor allem durch Orientierungswissen über fremde Kulturen zu exemplarischen Themen und Inhalten, sowie die Entwicklung einer interkulturell sensiblen, von Offenheit, Toleranz und Akzeptanz geprägten Kommunikationsfähigkeit bei. Fremdsprachige Handlungsfähigkeit entwickelt sich im Zusammenspiel von kommunikativer, methodischer und interkultureller Kompetenz.

In der Qualifikationsphase erwerben die Lernenden in Erweiterung der bereits erworbenen Kompetenzen und in der Auseinandersetzung mit angemessenen kommunikationsrelevanten Inhalten differenzierte kommunikative Kompetenz, die alle fremdsprachigen Fähigkeiten und Fertigkeiten lebensweltlich bedeutsamer Ausdrucksformen umfasst. Sie erstreckt sich auf Verwendungssituationen im Alltag, in berufs- und wissenschaftsorientierter sowie literarisch-ästhetisch orientierter Kommunikation.

Kommunikative Kompetenz  umfasst (in Anlehnung an die Begrifflichkeit des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen: lernen, lehren, beurteilen – GER, Europarat, Straßburg 2001) die Beherrschung kommunikativer Aktivitäten und Strategien in den Bereichen

  • Rezeption (Hören, Hören und Sehen, Lesen),
  • Produktion (Sprechen, Schreiben),
  • Sprachmittlung.

Im Rahmen der Weiterentwicklung der Kommunikationsfähigkeit und -bereitschaft kommen der mündlichen Sprachproduktion und der mündlichen Rezeption im Fremdsprachenunterricht in der Qualifikationsphase besondere Bedeutung zu. Aus einem vertieften Verständnis von Sprachreflexion erwächst Sprachbewusstheit, die für die besonderen Strukturen und Ausdrucksmöglichkeiten der Ziel- und Muttersprache sensibilisiert und ein individuelles Repertoire für den effizienten Spracherwerb aufbauen hilft.

Methodische Kompetenz  erweitern die Lernenden in der Qualifikationsphase vor allem im Hinblick auf

  • Lern- und Arbeitstechniken,
  • den Umgang mit Texten und Medien,
  • Präsentation.

Interkulturelle Kompetenz entwickeln die Lernenden über den Erwerb und die Vertiefung von

  • soziokulturellem Orientierungswissen über hispanophone Länder,
  • Fähigkeiten und Fertigkeiten für die Bewältigung interkultureller Situationen.

Die Förderung der verschiedenen Kompetenzen geschieht durch authentisches, auf die Persönlichkeit der Lernenden bezogenes und komplexes Sprachhandeln, auch wenn dies in der schulischen Situation meist nur simuliert werden kann. Authentisches Sprachhandeln ist auf entsprechende Inhalte angewiesen. Von besonderer Bedeutung sind

  • die lebenspraktische Relevanz der Inhalte und Methoden für die Lernenden,
  • die Authentizität der eingesetzten Medien, Texte und Handlungsanlässe,
  • die für den Zielsprachenraum relevanten kulturellen Bezüge,
  • das in inhaltlicher und methodischer Hinsicht weiterentwickelte Anspruchsniveau.

Für einen erfolgreichen Kompetenzerwerb sollten die Schülerinnen und Schüler zu Beginn der Qualifikationsphase bestimmte fachliche Anforderungen bewältigen.

Kommunikative Kompetenz

Rezeption (Hören, Hören und Sehen, Lesen)

Die Schülerinnen und Schüler

  • verstehen Hauptaussagen und gezielt Einzelinformationen aus Hör- bzw. Hör-Sehtexten und Gesprächen zu alltags-, gesellschaftsbezogenen wie auch persönlichen Themen, wenn in Standardsprache gesprochen wird,
  • verstehen authentische Texte unterschiedlicher Textsorten zu weitgehend vertrauten Themen in ihren Hauptaussagen und entnehmen gezielt Einzelinformationen.

Produktion (Sprechen und Schreiben)

Die Schülerinnen und Schüler

  • beteiligen sich an persönlichen und formellen Gesprächen, tauschen dabei Informationen aus und nehmen persönlich Stellung,
  • sie sprechen sach-, situations- und adressatengerecht und halten auch bei sprachlichen Schwierigkeiten Gespräche aufrecht, wenn ihnen die Gesprächsthemen weitgehend vertraut sind,
  • verfassen in einem Spektrum von vorbereiteten Themen und Textsorten adressatengerecht zusammenhängende Texte, in denen sie satzverknüpfende Mittel verwenden.

Sprachmittlung

Die Schülerinnen und Schüler übertragen sinngemäß mündlich bzw. schriftlich zusammenhängende Äußerungen zu ihnen bekannten Themenbereichen von der Fremdsprache ins Deutsche und umgekehrt.

Methodische Kompetenz

Die Schülerinnen und Schüler

  • beherrschen grundlegende Strategien und Techniken für das selbstständige Lernen und Arbeiten, verschiedene Texterschließungsverfahren und einfache Präsentationsformen,
  • arbeiten effektiv in verschiedenen Sozialformen.

Interkulturelle Kompetenz

Die Schülerinnen und Schüler kennen grundsätzliche Gegebenheiten von Zielsprachenländern und reflektieren diese vor dem Hintergrund der eigenen Lebensumstände.

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Themenfelder

Die Themenfelder weisen Gegenwartsbezug und historische Perspektive auf und sind geeignet, das Problembewusstsein der Schülerinnen und Schüler zu erweitern. Ihre Einordnung in den nationalen, europäischen und globalen Kontext ermöglicht den Zugang zu unterschiedlichen kulturspezifischen Sichtweisen und die Berücksichtigung der in den anderen Aufgabenfeldern erworbenen Wissens- und Erfahrungsbestände. Sie bieten Anknüpfungspunkte für authentische und kommunikative Situationen, die motivierend und lebensweltorientiert sind und im Leistungskursfach die Erweiterung hin zur Wissenschaftspropädeutik erlauben.

Die Themenfelder sind verbindlich. Eine Vernetzung der verschiedenen Inhalte aus den unterschiedlichen Themenfeldern ist prinzipiell möglich. Bei der Behandlung der jeweiligen Inhalte ist die sich bietende Medien- und Textsortenvielfalt auszuschöpfen.

Themenfeld 1: Individuum und Gesellschaft

Mögliche Inhalte

  • Desarrollos sociales, políticos y económicos en Latinoamérica en la actualidad -Aktuelle soziale, politische und wirtschaftliche Entwicklungen und Konflikte in Lateinamerika
  • España después de la transición: cambios políticos, económicos y sociales después de FRANCO – Spanien nach der transición: politische und gesellschaftliche Veränderungen nach FRANCO
  • Compromiso político y social – Politisches und soziales Engagement
  • Biografías en España y Latinoamérica – Lebensläufe in Spanien und Lateinamerika

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Die Schülerinnen und Schüler kennen und bewerten aktuelle soziale, politische und wirtschaftliche Entwicklungen in Spanien und Lateinamerika. Sie vernetzen ihre Kenntnisse über verschiedene Länder Lateinamerikas, erkennen Unterschiede und Gemeinsamkeiten und beurteilen aktuelle Entwicklungen vor dem Hintergrund länderübergreifender und  länderspezifischer Prozesse. Dabei nehmen sie besonders das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft in den Blick.

Sie setzen sich mit dem gesellschaftlichen und politisch-ökonomischen Wandel im demokratischen Spanien auseinander und beurteilen und bewerten diesen in verschiedenen Bereichen. Sie vergleichen die politischen und sozialen Gegebenheiten des demokratischen Spanien mit denen anderer europäischer Länder.

Sie kennen politische und/oder soziale Hilfsprojekte und damit Interventions- bzw. Steuerungsmöglichkeiten und beurteilen deren Wirksamkeit und Nachhaltigkeit.

Sie kennen unterschiedliche staatliche, nationale und internationale Organisationen und privatwirtschaftliche Projekte der Zusammenarbeit und loten ihre eigenen Mitwirkungsmöglichkeiten bei Hilfsprojekten im In- und Ausland aus. Sie kennen und beurteilen die Lebenspläne und Lebensläufe verschiedener realer und/oder fiktiver Personen aus spanischsprachigen Ländern bzw. der spanischsprachigen Kultur (Literatur, bildende Kunst und Film). Sie verstehen und reflektieren diese vor dem Hintergrund historischer, politischer und sozialer Entwicklungen und im Spannungsfeld von Individuum und Gesellschaft.

Themenfeld 2:  Nationale und kulturelle Identität

Mögliche Inhalte

  • El encontronazo de la cultura española con las culturas precolombinas – Das Zusammentreffen der spanischen Kultur mit den präkolumbischen Kulturen
  • La lucha por la independencia en América Latina – Unabhängigkeitsbestrebungen in Lateinamerika
  • De la dictadura a la democracia en América Latina y en España – Von der Diktatur zur Demokratie in Lateinamerika und Spanien
  • España en Europa – Spanien in Europa
  • Autonomías en España – Autonomiebewegungen in Spanien

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Die Schülerinnen und Schüler kennen mindestens eine präkolumbische Kultur und den Kolonialisierungsprozess in der „Neuen Welt“. Sie analysieren und beurteilen die politischen und gesellschaftlichen Folgen für Eroberte und Eroberer.

Sie kennen historisch gewachsene politische Konflikte in Lateinamerika und Spanien, analysieren und beurteilen deren Konsequenzen für politische Strukturen, das gesellschaftliche Zusammenleben und aktuelle kulturelle und politische Entwicklungen.

Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich exemplarisch mit den komplexen Bedingungen des Übergangs von der Diktatur zur Demokratie in Spanien und in ausgewählten lateinamerikanischen Ländern und ziehen Vergleiche zu ähnlichen Prozessen in Deutschland bzw. anderen Ländern.

Die Schülerinnen und Schüler kennen und bewerten aktuelle politische und soziale Entwicklungen in Spanien, ziehen Parallelen zu anderen europäischen Ländern bzw. heben Besonderheiten der spanischen Entwicklung hervor.

Die Schülerinnen und Schüler kennen die Problematik der Autonomie-Bewegungen in Spanien, deren historische Ursachen und Auswirkungen auf aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen.

Sie beschäftigen sich analytisch und kreativ mit Sachtexten, literarischen Texten, mit Film, Musik und bildender Kunst aus den Zielsprachenländern, die die genannten historischen und aktuellen Entwicklungen aufnehmen bzw. reflektieren. Sie hinterfragen ihre Bedeutung für die Herausbildung und Bewahrung der jeweiligen kulturellen Identität. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der spanischsprachigen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts.

Themenfeld 3:  Eine Welt – globale Fragen

Mögliche Inhalte

  • Inmigración y emigración – Ein- und Auswanderung
  • Convivencia social y tendencias socioculturales – Soziales Miteinander – soziokulturelle Trends
  • El mundo de los medios de comunicación – Die Welt der Medien
  • Comunicación intercultural – Interkulturelle Kommunikation

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Die Schülerinnen und Schüler kennen ausgewählte Migrationsprozesse und ihre Folgen im Einwanderungs- bzw. Auswanderungsland, stellen interkulturelle Konfliktsituationen im eigenen Land und in spanischsprachigen Ländern dar und beurteilen Interventionsspielräume zur angemessenen Steuerung dieser Prozesse.

Sie kennen Besonderheiten des sozialen und kulturellen Zusammenlebens in spanischsprachigen Ländern (z. B. Familienleben, Geschlechterrollen und Generationskonflikte, Alltagsleben und Feste, Sitten und Gebräuche), bewerten und beurteilen aktuelle Entwicklungen und Tendenzen, nehmen kritisch dazu Stellung und vergleichen sie mit Entwicklungen in Deutschland und anderswo. Sie reflektieren zentrale Aspekte der Welt der Medien im Allgemeinen (z. B. Rolle und Wirkungsweise der Medien, unterschiedliche Medienformate, Werbung) und der spanischsprachigen Medienlandschaft im Besonderen, analysieren und bewerten diese vor dem Hintergrund ihrer Erfahrung mit Medien in Deutschland und anderswo.

Sie kennen verschiedene Kommunikationsebenen und -formen und kulturspezifische Besonderheiten zwischenmenschlicher Kommunikation (z. B. Gestik und Mimik) in den Zielsprachenländern und im eigenen Land und reflektieren deren Bedeutung für das Gelingen interkultureller Kommunikation. Einen besonderen Schwerpunkt dieses Halbjahres bilden so fiktionale Texte und Filme, in denen es zu interkulturellen Begegnungen in spanischsprachigen Ländern kommt und die sich somit durch Multikulturalität und Multiperspektivität auszeichnen.

Themenfeld 4: Herausforderungen der Gegenwart

Mögliche Inhalte

  • La convivencia de distintas culturas, etnias, capas sociales y religiones en América Latina y España – Das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen, Ethnien, sozialer Schichten und Religionen in Lateinamerika und Spanien
  • Estudiar y trabajar en países hispanohablantes – Studieren und Arbeiten in spanischsprachigen Ländern
  • Metrópolis – Metropolen
  • Turismo y ecología – Tourismuskonzepte und Ökologie

Kompetenzerwerb im Themenfeld

Die Schülerinnen und Schüler kennen die ethnische Vielfalt und die sozialen Unterschiede in Lateinamerika auch unter Berücksichtigung der heutigen sozialen und politischen Situation der indígenas. Sie wissen, wie multikulturelle Gesellschaften in spanischsprachigen Ländern entstanden sind und stellen Bezüge zur multikulturellen Realität in ihren Heimatländern her.

Sie kennen und analysieren die Studier- und Arbeitsmöglichkeiten im spanischsprachigen Ausland (Bewerbungsverfahren, Arbeitsfelder), entwickeln Zukunftsperspektiven und beurteilen ihre Handlungsspielräume.

Sie kennen verschiedene Metropolen in Spanien und Lateinamerika, ihre historische Gewachsenheit sowie aktuelle urbane Entwicklungen; sie analysieren und beurteilen die Entfaltungsmöglichkeiten und Lebensstile im großstädtischen Raum und vergleichen diese mit anderen Lebensräumen.

Sie kennen und beurteilen unterschiedliche Reisestile und Tourismuskonzepte, präsentieren eigene Reiserouten durch ausgewählte Länder/Regionen und stellen diese zur Diskussion. Sie kennen ökologische Probleme in Spanien und Lateinamerika und bewerten Umweltschutzprojekte.

Sie kennen Beispiele für Kulturmischung sowie Lebensentwürfe in spanischsprachigen Ländern in Literatur, Film, Musik und bildender Kunst vor allem aus dem 20. und 21. Jahrhundert. Sie kennen sowohl individuelle als auch gesellschaftliche Entstehungsbedingungen und Formen von Ausgrenzung, analysieren und beurteilen vor diesem Hintergrund die aktuelle Situation in spanischsprachigen Ländern. Sie erwerben grundlegende interkulturelle Kompetenz wie Empathie, die Bereitschaft zum Perspektivwechsel und zur Auseinandersetzung mit fremden kulturellen Identitäten.

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Kurshalbjahre

In der Qualifikationsphase werden pro Kurshalbjahr im Grundkursfach mindestens ein Unterthema und im Leistungskursfach mindestens zwei Unterthemen behandelt.

Jedes Kurshalbjahr ist auf den Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler und auf die Bewältigung der Anforderungen in den abschlussorientierten Standards auszurichten.

1.Kurshalbjahr: Individuum und Gesellschaft
  • Desarrollos sociales, políticos y económicos en Latinoamérica – Aktuelle soziale, politische und wirtschaftliche Entwicklungen und Konflikte in Lateinamerika (auch tagespolitische Themen)
  • Cambios políticos, económicos y sociales en España después de la transición – Politische und wirtschaftliche Entwicklungen und soziokulturelle Trends in Spanien – nach der transición (z. B. die Rolle der Kirche, des Militärs, der Frau, des Tourismus, der Vergangenheitsbewältigung, der Autonomien etc.)
  • Compromiso social y político – Politisches und soziales Engagement (Einflussmöglichkeiten von staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen, Entwicklungshilfeprojekte, Selbsthilfeorganisationen)
  • Biografías en España y Latinoamérica – Lebensläufe in Spanien und Lateinamerika
2. Kurshalbjahr: Nationale und kulturelle Identität
  • Culturas precolombinas – Präkolumbische Kulturen
  • Aspectos del proceso de colonización y sus consecuencias para la actualidad política y social en Latinoamérica – Aspekte des Kolonialisierungsprozesses und dessen Auswirkungen auf die politische und soziale Gegenwart Lateinamerikas
  • La lucha por la independencia en América Latina – Unabhängigkeitsbestrebungen in Lateinamerika
  • De la dictadura a la democracia en América Latina y en España – Von der Diktatur zur Demokratie in Lateinamerika und Spanien
  • España en Europa – Spanien in Europa
  • Autonomías en España ayer y hoy – Autonomiebewegungen in Spanien gestern und heute
3. Kurshalbjahr: Eine Welt – Globale Fragen
  • Inmigración y emigración – Ein- und Auswanderung und deren Folgen (auch historische Migrationsbewegungen)
  • Convivencia social y tendencias socioculturales – Soziales Miteinander – soziokulturelle Trends (z. B. Familienleben, Geschlechterverhältnisse, Generationskonflikte, Alltagsleben und Feste heute)
  • El mundo de los medios de comunicación – Die Welt der Medien (unterschiedliche Medienformate, die Rolle der Medien heute, neue Medien)
  • Comunicación intercultural – Interkulturelle Kommunikation
4. Kurshalbjahr : Herausforderungen der Gegenwart
  • La convivencia de distintas culturas, etnias, capas sociales y religiones en América Latina y España – Das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen, Ethnien, sozialer Schichten und Religionen in Lateinamerika und Spanien (z. B. die Rolle der indígenas in Lateinamerika oder das Zusammenleben von moros, judíos und cristianos im spanischen Mittelalter)
  • Estudiar y trabajar en países hispanohablantes – Studieren und Arbeiten in spanischsprachigen Ländern
  • Metrópolis: problemas y perspectivas – Metropolen: Probleme und Perspektiven
  • Turismo y ecología – Tourismuskonzepte und Ökologie

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